Für Flächen in der Rossauer Gemarkung steht ein Bodenordnungsverfahren im Raum. Davon könnte der gesamte Ort profitieren. Denn neben der Neuvermessung und möglichen Zusammenlegung land- und forstwirtschaftlicher Flächen liegt ein Schwerpunkt des Verfahrens in dem Ausbau von Wirtschaftswegen.

Osterburg l Die Vorarbeiten für das von sechs verschiedenen Antragstellern angestrengte Bodenordnungsverfahren laufen. Das machte am Montagabend Ines Mantai im Rossauer Ortschaftsrat deutlich. Mantai ist Mitarbeiterin der NBS-Bauernsiedlung, die das Verfahren im Aufrag des Amtes für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung begleitet. Nach ihren Angaben sollen mit der Bodenordnung aus DDR-Zeiten herrührende Nutzungskonflikte aufgelöst werden. Land- und forstwirtschaftliche Flächen würden neu vermessen, möglich wäre das Zusammenlegen von Flurstücken. Zudem stellt der Ausbau von Wirtschaftswegen einen wesentlichen Bestandteil des langfristigen Verfahrens dar.

Entlastung für die Ortslage

Mit letzterem verbindet Ortsbürgermeister Bernd Drong große Hoffnungen. Denn bei den Wegebauprojekten winkt eine großzügige Förderung. Rund 90 Prozent der Kosten würde das Land übernehmen, stellte Mantai am Montagabend klar.

So könnten innerhalb des voraussichtlich zehn Jahre währenden Verfahrens zahlreiche Wege auf Vordermann gebracht werden. Als konkrete Beispiele für zu erneuernde Verbindungen nannte Ines Mantai unter anderem die Wege von Klein Rossau nach Orpensdorf bzw. nach Rönnebeck oder die Verbindung vom alten Bahnhof in Groß Rossau zur Straße nach Stapel, die eventuell sogar bis zu einem Anschluss an den ländlichen Weg nach Gladigau erweitert werden könnte. Projekte wie diese dürften dafür sorgen, dass die Ortslage Rossau in der Perspektive deutlich vom Landwirtschaftsverkehr entlastet würde, machte Bernd Drong deutlich. Der Bürgermeister setzt zudem darauf, dass die frühere Bahnbrücke im Zuge des Bodenordnungsverfahren auf Vordermann gebracht wird. Auch darin wurde er während der Ratssitzung von Ines Mantai bestärkt.

Info-Versammlung für Landeigentümer

Ob und inwieweit sich die Wegeausbau-Hoffnungen erfüllen, bleibt aber abzuwarten. Denn noch steht ein Fragezeichen hinter dem Bodenordnungsverfahren, muss die Meinung der Landeigentümer ausgelotet werden. Die würden nach Mantais Angaben schließlich auch mit eigenen Beiträgen an dem Verfahren beteiligt. Die NBS-Mitarbeiterin kündigte an, dass sämtliche Landeigentümer auf einer gesonderten Versammlung, für die sie noch persönliche Einladungen erhalten, über das Bodenordnungsverfahren informiert werden sollen. Mantai machte auch deutlich: Stoßen die Planspiele bei den Flächenbesitzern auf erheblichen Widerstand, dürfte sich die Bodenordnung für das Rossauer Territorium erledigt haben.