Die Spargelsaison ist eröffnet. Bei Bauer Heinl in Plätz hat die Ernte wegen der fehlenden Sonne sehr zaghaft begonnen. Auf Hochtouren laufen indes die Vorbereitungen für das Spargelfest am 2. Mai. Und auch im Herbst steht Großes an.

Plätz l Es ist nicht zu kalt, aber es fehlt die Sonne. "15 Grad wären gut", sagt Klaus Heinl. Am Dienstag hat das Unternehmen mit der Spargelernte begonnen - zunächst auf den mit Biogas-Abwärme beheizten Flächen. Das sind etwa sechs Hektar - weitere 65 bewirtschaften die Heinls. "Es wird kein gutes Spargeljahr", sagt der Chef. Weil das immer so ist, wenn das vorherige gut war. "Das ist eine Weisheit, die schon bei meiner Mutter galt." Sie war auch Spargelbäuerin, im Raum Nürnberg. Und manche Dinge ändern sich eben nicht.

Klaus Heinl ist trotzdem guter Dinge, denn sein Laden läuft. 110 Beschäftigte hat er während der Saison, 45 davon sind Erntehelfer, alle aus Polen. "80 Prozent von ihnen kommen jedes Jahr wieder." Mindestlohn habe Heinl den polnischen Mitarbeitern schon vor dem neuen Gesetz gezahlt. "Der Lohn ist nicht das Problem, sondern die Stunden." Die Leute würden in der Hochsaison gerne bezahlte Überstunden machen. "Aber wenn sie das tun, müssen sie sie danach wieder abbummeln." Das sei für alle von Nachteil, "denn sie kommen ja hierher, um in der Saison viel zu arbeiten".

Nächste Saison soll am 10. März beginnen

Der Spargel geht in die Schweiz, nach Österreich, nach Hamburg und in die Hütten nach Mecklenburg-Vorpommern. Der geringste Anteil bleibt in der Region, "hier ist der Konkurrenzkampf auch hoch", sagt Heinl. Der Trend gehe dahin, dass die Kunden ihren Spargel noch früher haben wollen. Vor allem die Österreicher und Schweizer seien regelrecht verrückt nach dem edlen Gemüse. "Und dann wollen wir natürlich gerne liefern." Das Unternehmen werde deswegen im Herbst in neue Ausstattung investieren. Auf einem Teil der Äcker werden künftig so genannte Wandertunnel den Spargel noch früher aus der Erde locken.

Heinl will der erste Betrieb in Sachsen-Anhalt sein, der bereits am 10. März mit seiner Ernte beginnt. Deutschlandweit sei er dann der dritte. Mehr als ein Jahr war er mit seiner Frau unterwegs, um sich die Wandertunnel anzuschauen, Schwachstellen aufzuspüren. "Wenn wir am Markt mitmischen wollen, müssen wir vorwärts gehen."

Zwei Tage Arbeit durch Sturmtief Niklas

Unter dem Sturmtief Niklas hat der Bauer nicht so sehr gelitten wie seine Berufskollegen. Das Plätzer Unternehmen brachte trotzdem zwei Tage damit zu, die Folien auf den Äckern wieder zu richten. "Manche hat das ja drei, vier Wochen zurückgeworfen."

In Plätz wird nun alle Aufmerksamkeit der Ernte und dem Spargelfest gewidmet. Dies lockt bei gutem Wetter "mehrere tausend Menschen" an. Als Termin steht der 2. Mai.