Die Bewohner von Gethlingen müssen sich noch etwas gedulden. Derzeit untersucht die Landesstraßenbaubehörde den Boden unter der maroden Ortsdurchfahrt. Danach wird sich entscheiden, in welcher Form sie erneuert wird.

Gethlingen l Es ist ruhig geworden in Gethlingen. Der Verkehr rauscht entfernt auf der Ortsumgehung vorbei. Sie hat das Dorf entlastet - fehlt nur noch, dass die Dorfstraße wieder in einen vertretbaren Zustand versetzt wird. Oder wie es im Straßenrecht heißt: "in einen ordnungsgemäßen Zustand". Dafür hat die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) ein Zeitfenster von zwei Jahren, gemessen ab Freigabe der Ortsumgehung und der damit verbundenen Übergabe der Dorfstraße an die Gemeinde als Baulastträger. Das geschah Ende November. Nun läuft die Zeit und die Gethlinger warten. Denn ihre Straße wirkt im Moment alles andere als ansehnlich, irgendwie vergessen. Eine Stichstraße, die unter der Woche vormittags menschenleer ist.

Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter bei der LSBB, gibt in Bezug auf die Bauzeit zumindest Eckdaten an: Die Bauarbeiter kommen nicht, bevor die Bodenuntersuchungen abgeschlossen sind. Das soll Mitte des Jahres sein. Und ein Jahr später, also Mitte 2016, soll die Dorfstraße wieder schick sein. Dirk Kautz als Bürgermeister der Gemeinde Hohenberg-Krusemark sähe es gerne, wenn die Akte Ortsdurchfahrt Gethlingen noch in diesem Jahr geschlossen werden kann. "Das wäre uns natürlich am liebsten."

Der eigentliche Plan, die alten Pflastersteine mit einer Bitumenschicht zu überziehen, wurde mittlerweile verworfen. Die Gemeinde fürchtet, dass dies nicht von Dauer sein wird und schlug deswegen vor, die Straße zu schmälern, aber dafür kompakter zu gestalten. Wie dies nun genau aussieht, bleibt abzuwarten. "Auf jeden Fall sind wir soweit, dass die Pflastersteine rauskommen", sagt Krüger.

Einige Gethlinger hatten Bedenken geäußert, weil die LSBB die Maßnahme durchführt. Sie mahnten an, dass die Straße quasi als Überbleibsel einer Ortsumgehung vielleicht nicht ordentlich genug saniert wird. Diese Gefahr sieht Kautz allerdings nicht. Die Idee von Dorfbewohnern, dass die Gemeinde sich das Geld auszahlen lassen solle und dann das Vorhaben im Rahmen einer Dorferneuerung selbst durchzieht, sieht er skeptisch. "Dieses Risiko können wir als Gemeinde gar nicht tragen."

Schon mindestens einmal hatte die Landesbehörde die Straße mit Bitumen überzogen, was nun noch fleckenweise zu sehen ist. Der zuerst angedachte Steinüberzug wäre allerdings ein qualitativ besserer gewesen und hätte damit länger gehalten. Außerdem sei ja der Verkehr heute nicht mehr so stark. Die Schwerlaster fahren auf der Umgehungsstraße.