In Aulosen setzten die Mitglieder des Sozialausschusses der Verbandsgemeinde Seehausen am Dienstagabend ihre Tour durch die elf Kindertagestätten im eigenen Einzugsgebiet fort.

Aulosen l Bevor sich Kommunalpolitiker und sachkundige Bürger für ihre Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Groß Garz zusammensetzten, warfen sie natürlich auch einen Blick in die dortige Tagesstätte. Dieser Ablauf war den Mitstreitern um Ausschussvorsitzende Claudia Brünicke von den vergangenen Zusammenkünften schon bestens bekannt.

Aulosen nimmt indes eine besondere Rolle ein. Die Kita "Alandzwerge" ist nämlich nicht nur die nördlichste Einrichtung ihrer Art in Sachsen-Anhalt, sondern auch die einzige in freier Trägerschaft im weiten Umkreis, erklärte der Vorsitzende des Trägervereins, Rüdiger Kloth, den Gästen bei der Besichtigung. Außerdem plauderte er aus der inzwischen zehnjährigen Geschichte des Vereins, von der Übernahme der von Schließung bedrohten Einrichtung, über die vielen Hürden, die die Mitglieder und die Eltern nicht zuletzt mit der Unterstützung einiger Sponsoren immer wieder gemeistert haben.

Aulosen hat Sonderstatus

Stolz konnte er berichten, dass das Haus, durch das später Kitaleiterin Kerstin Grünwald führte, einschließlich der neuen Küche fast komplett durchsaniert sei. Auch der Spielplatz könne sich sehen lassen. Nach der Zukunft der Tagesstätte gefragt, hat selbst ein sonst optimistischer Rüdiger Kloth seine Bedenken. Denn auch in Aulosen steht und fällt alles mit der Kinderzahl, die momentan 18 beträgt. In Hochzeiten waren es fast 30, die Kapazität liegt bei 33.

Während die öffentliche Sitzung laut Tagesordnung nichts Aufregendes bereithielt, verbarg sich hinter Punkt zehn im geschlossenen Teil mit dem allgemein gehaltenem Thema "Tageseinrichtungen der Verbandsgemeinde Seehausen" eine Beratung über die Zukunft der Kinderbetreuung an Aland und Elbe. Und das schon vor dem Ende der Besichtigungstour, bei der noch Kossebau, Bretsch und Seehausen auf der Liste stehen, nicht zum ersten Mal, versicherte die Vorsitzende, ohne allerdings Details öffentlich zu machen.

Viele Faktoren beachten

Spätestens nach der 2015er Haushaltsdebatte ist allen Beteiligten klar, dass sich die Verbandsgemeinde nicht alle Einrichtungen leisten kann, sind insbesondere die Sozialausschussmitglieder als Vordenker gefragt. Claudia Brünicke vermeidet es indes von Schließungen zu reden, sondern spricht vielmehr von Zusammenlegungen. Und erinnert daran, dass es viel mehr zu bewerten gibt als die Auslastung einer Tagesstätte. Weil bei der Beurteilung so viele Faktoren abzuwägen sind, rechnet sie auch kaum vor dem Schuljahreswechsel 2016/2017 mit Änderungen in der Betreuungsstruktur.