Die CDU hat sich für Chris Schulenburg entschieden. Sehr deutlich verlor Eike Trumpf die Wahl zum Landtagskandidaten für den Wahlkreis Osterburg-Havelberg. Das ist eine Woche her - der Verbandsgemeindebürgermeister hat es schon fast vergessen. Enttäuschung? Nur ein bisschen, so verrät er im Gespräch mit Karina Hoppe.

Herr Trumpf, hatten Sie den Job als Verbandsgemeindebürgermeister über? Oder woher rührte das Interesse am Landtag?

Überhaupt nicht. Ich bin im vergangenen Jahr von Mitgliedern der CDU angesprochen worden, ob ich es nicht machen würde. Ich habe viel kommunalpolitische Erfahrung. Einige meinten, ich wäre der Richtige für Magdeburg.

Andere meinten das offenbar nicht. Sie waren Chris Schulenburg deutlich unterlegen - mit 46 zu 24 Stimmen.

Das ist richtig. Und das nehme ich jetzt so an. Ich glaube, viele von der CDU haben gedacht, meine Wahl wäre ein Selbstläufer. Ich hatte vorher Mitglieder angesprochen, dass wir uns ja zur Versammlung sehen würden - da meinten manche, sie hätten anderes zu tun. Und ich würde das schon machen. Nun waren zur Versammlung mehr Leute aus dem Elbe-Havel-Winkel da.

Die standen hinter dem Sandauer Chris Schulenburg. Aber wie dem auch sei, es ist in Ordnung.

Was war der Reiz an Magdeburg, Sie wären mit Wohnsitz in Hohenberg-Krusemark sehr viel unterwegs gewesen.

Es war schlicht die Herausforderung. Im Juni bin ich 25 Jahre leitender Verwaltungsbeamter und Bürgermeister. Magdeburg wäre eine neue Etappe gewesen. Ich bin ja erst 52 Jahre alt.

Und nun?

Und nun geht es einfach weiter im Text, eigentlich ist die Sache für mich schon wieder abgehakt.

Wie haben denn Ihre Mitarbeiter aus der Verwaltung reagiert?

Ich glaube, die meisten waren ganz froh, dass ich es nicht geschafft habe. Sie haben sich ja auch gefragt: Will er uns verlassen? Aber das eine hat mit dem anderen nur bedingt etwas zu tun. Ich arbeite sehr gerne hier und habe im Übrigen schon sehr viele Dinge hoch und runter erlebt, so dass ich weiß: Nach jedem Tief geht´s aufwärts. Wobei ich diese Wahl nicht als Tief empfinde.

Was mögen Sie an Ihrem Job?

Er ist so unglaublich vielfältig, ich habe mit den verschiedensten Menschen zu tun. Ich stehe in der Kita, führe Investorengespräche, begleite Verwaltungsverfahren, habe Pressetermine so wie jetzt hier. Dieses breite Spektrum bereitet mir Freude. Ich fahre jeden Tag gern zur Arbeit. Es gibt ja auch Kür-Termine.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel bin ich regelmäßig auf der Grünen Woche, um für meine touristisch ambitionierten Gemeinden zu werben. Oder gerade war ich beim Demografiekongress des Landes Sachsen-Anhalt. Das ist einfach spannend. Im Übrigen hätte es mich schon auch ein bisschen gewurmt, wenn ich die nächste Leaderförderphase nicht mit begleitet hätte. Die Umsetzung erfolgt ab 2016 und wir sind noch mit etwa 40 Projekten im Rennen.

2016 im Herbst ist noch ein anderer wichtiger Termin. Die nächste Kommunalwahl steht ins Haus.

Und diese werde ich wahrnehmen. Ich bewerbe mich um das nächste Mandat als Verbandsgemeindebürgermeister von Arneburg-Goldbeck. Das mache ich sogar gerne.