Der fliegende Stammgast ist in Düsedau wieder eingetroffen. Noch erfreulicher ist für die Einwohner des Dorfes, dass Meister Adebar den neuen Standort angenommen hat.

Düsedau l Nicht wenige Düsedauer waren eher skeptisch, als Anfang März das Storchennest im Kreuzungsbereich Kosterende/Alte Dorfstraße vom Elektromast entfernt wurde. Es drohte einzustürzen. Die Düsedauer wollen ihre treuen Gäste natürlich nicht aus dem Ort vertreiben und wählten ein neues Domizil aus.

Partnerin traf vier Tage später ein

Charlotte Meinecke, die akribisch Buch über die Ankünfte und Fortflüge des Weißstorches führt, zweifelte am Tag der Umsetzungs-Aktion eher den neuen Standort an. Zwar befindet er sich nur einige Meter vom alten entfernt, aber Meister Adebar soll ja wählerisch sein und sich seinem Nest sehr verbunden fühlen. Umso mehr freute es die Seniorin, dass er den Horst in der Alten Dorfstraße bezog und sich augenscheinlich weiterhin im Ort wohl fühlt, was auch die Mehrheit der Einwohner hoffte. "Er kam am 4. April", schaute Charlotte Meinecke in ihr Buch. Sie beobachtete aus ihrer Küche, von der sie einen guten Blick auf das Storchennest verfügt, die "Landung" des genau vor zwei Wochen aus dem Süden kommenden Schreitvogels, der immerhin seit 1994 den Düsedauern die Treue hält. Nach 21 Jahren muss er sich mit einem neuen Platz begnügen. Charlotte Meinecke ist sich indes sicher, dass er sich im neuen Domizil gut eingerichtet hat. Und er ist nicht allein im Nest, was sicherlich ein weiteres Indiz dafür ist, dass er sich auch im neuen Horst wohl fühlt. "Die Partnerin kam nur wenige Tage später, was mich schon überrascht hat", blickte Meinecke zurück. Aus ihren Aufzeichnungen weiß sie, dass die Störchin im Durchschnitt acht Tage später eintraf als der Gemahl. In diesem Jahr waren es vier Tage - "sie kam am 8. April." Nun hoffen die Düsedauer, dass das Pärchen bei der Aufzucht der Jungstörche Glück hat. "Ich hoffe auf mindestens zwei Jungtiere", sagt die Storchenfreundin. Im Vorjahr zog das Paar nur einen Vogel auf.

Die Umsetzungs-Aktion, die Gerd Flechner vom Umweltamt des Landkreises Stendal Anfang März leitete, hatte Erfolg. Teile des alten Holzrades, das für den Horst als Unterlage diente, waren verfault und morsch. Es wurde entsorgt.