Osterburg l Besseres Wetter hätte zum Saisonauftakt des Tennisvereins Osterburg 1905 am Sonnabend nicht sein können. Optimale Spielbedingungen sorgten somit auch für eine gute Resonanz am Tag der offenen Tür. Viele der 130 Mitglieder waren zur Begrüßung gekommen. Tags zuvor kamen die Netze drauf.

Für den früheren Vereinschef Volker Schumann war Erscheinen Ehrensache. Ein Geschenk brachte er außerdem mit: einen Holzschläger von 1950. Als Kind hatte der gebürtige Hallenser, dessen Vater Walter ebenfalls Tennis spielte, bei Chemie Buna "so um 1948" angefangen mit dem Sport. Seinen Kinderschläger und den seines persönlichen Lehrers hatte er nach dem plötzlichen Tod des Vaters 1953 nicht mehr angerührt. Jetzt sollen beide den Vereinsraum schmücken. Zur Übergabe kam auch der 82-jährige Wilhelm Abraham aus Osterburg. "Ich bin der älteste aktive Spieler hier, seit 53 Jahren dabei", erzählte der Osterburger. Er war schon Mitglied bei Einheit Osterburg, als Einheit und Traktor noch miteinander konkurrierten. Bald nach der Gründung des SV Eintracht Osterburg 1990 setzte sich der Vereinsvorsitzende Volker Schumann für einen eigenständigen Tennisverein ein, um "richtige Maßnahmen durchzuführen". Jahre nach der Gründung vom "Tennisverein Altmark" 1994 mit 31 Mitgliedern stieß Wolfgang Tiede auf die Bezeichnung Tennisverein Osterburg 1905. Seit 2003 trägt er nun seinen alten Namen.

Der Vereinsvorsitzende Michael Küssner, der seit zehn Jahren an der Spitze steht, ist mit 14 Mannschaften im Spielbetrieb zufrieden. Von den fünf Erwachsenen-Teams sind zwei mit Damen bestückt. Neun Nachwuchsmannschaften von U 8 bis U 21 sprechen für die Beliebtheit des Vereins. Zu Pfingsten findet dann der Höhepunkt des Jahres für die Jugend statt, das deutsche Ranglistenturnier des Deutschen Tennisbundes. Gespielt wird von U 10 bis U 18. Bereits 50 Anmeldungen sind vermerkt. "Wir rechnen mit mehr als der doppelten Anzahl", versicherte der Vereinschef. Petra Küssner und Uwe Ganser übten mit den Jüngsten schon mal fleißig Athletik: Dreisprung, Schlusssprung, Weitwurf, Sprint. "Selbst wenn sie ein Spiel verlieren, können sie durch gute Noten in der Athletik noch punkten", erzählte die Trainerin. Am Sonnabend wollte sie den Eltern mal so eine Trainingseinheit mit den Kindern zeigen. Das stachelte natürlich ihren Ehrgeiz an. Einige von den Neunjährigen wie Hardi Falkner und Ben Döring hatten unter Silvio Gutsche im Sportunterricht der Grundschüler schon einiges gelernt.

Aber auch ältere Einsteiger sind bei dem Tennisverein an der richtigen Adresse. Patrick Schneider gab Silke Falkner, Angela Pingel und Kurt Dwenger jetzt ersten Unterricht. Zu den Freizeitspielern können sich gern künftig mittwochs ab 18 Uhr noch andere Interessenten auf der Anlage an der Bleiche einfinden. Informationen gibt Michael Küssner unter der Teleonnummer 0171/530 54 78.

Für das leibliche Wohl hatten am Tag der offenen Tür die Vereinsmitglieder selbst gesorgt. Anke und Gerald Müller übernahmen fleißig die erste Schicht. Pauline Küssner steuerte sogar eine Schwarzwälderkirschtorte bei. Mit ihrer Schwester Valerie lässt sie es auf dem Tennisplatz inzwischen eher ruhig angehen. Zur Abendstunde wurde schließlich noch der Grill angeschmissen.

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