Goldbeck l In der Freiwilligen Feuerwehr Rohrbeck war Gerald Rebitzer aus Altersgründen in die zweite Reihe getreten. Nun steht er in der Wasserwehr der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck ganz oben. Eike Trumpf hat ihn zum Teamchef ernannt. "Er hat die nötige Erfahrung für so eine Aufgabe", sagt der Verbandsgemeindebürgermeister. Und Rebitzer fühlt sich geschmeichelt: "Natürlich, das ist ein gutes Gefühl. Sie werden es mir schon sagen, wenn ich meine Arbeit nicht richtig mache." An seiner Seite hat Rebitzer junge Unterstützung - namentlich sind dies Stefan Ludwig als stellvertretener Wehrleiter Technik und Julian-Dominique Deutsch als stellvertretender Wehrleiter Personal. Beide Männer arbeiten in der Verwaltung der Gemeinde und nehmen die Herausforderung gerne an. Und eine Herausforderung sei der Aufbau der Wehr allemal.

Bis zum Jahresende soll ein schlüssiges Personal- und Ausbildungskonzept vorliegen. Welche Fortbildungen braucht wer und wo erhält er sie? Während die Leitung etwa wissen müsse, wie im Ernstfall ein Sandsackfüllplatz koordiniert wird, brauchen andere vor allem Kenntnis darüber, wie genau auf dem Deich ein Sandsackverbau errichtet wird. Die Ausbildungen sollen unter anderem gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft durchgeführt werden.

Basis für eine funktionierende Wasserwehr sei eine ständig aktualisierte Personalliste. "Wer 2013 noch als Deichläufer zur Verfügung stand, muss nicht automatisch auch 2015 noch greifbar sein", so Trumpf. Etwa 200 Leute werden von nun an regelmäßig angefragt, dies liegt im Aufgabenbereich von Julian-Dominique Deutsch. In der Wasserwehr selbst sind 20 Personen. In welcher Häufigkeit sich diese künftig regelmäßig treffen, wird noch entschieden.

Die Wasserwehr der Verbandsgemeinde ist eine von etwa 80 Wasserwehren in Sachsen-Anhalt. Sie haben sich in den vergangenen Jahren an den Hochwasserschwerpunkten gebildet. Auch Arneburg-Goldbeck profitierte von einer großen Zuwendung der Diakonie Fluthilfe im Wert von mehr als 500000 Euro. So kam die hiesige Wasserwehr in den Besitz eines Bootes, um im Ernstfall auch wasserseitig die Deiche kontrollieren zu können. Dazu kam eine Sandsackfüllmaschine, 72 mechanische Sandsackfüllhilfen, 18 Beleuchtungssätze, Kettensägen, Taschenlampen für Deichläufer und neun Zelte. Die Freiwilligen Feuerwehren entlang der Deichlinie wurden teilweise damit ausgestattet. "Im Ernstfall braucht es welche, die diese Technik schnell aufbauen können", so Trumpf. Grundsätzlich lagert die Ausrüstung im Feuerwehrgerätehaus Arneburg.

Im Sommer soll die Ausrüstung noch um ein entscheidendes Detail erweitert werden. Es fehlt ein Fahrzeug, das das Boot transportiert. Dafür sind im Haushalt 20000 Euro eingestellt.