Seehausen l Die 35 Mädchen und Jungen aus den Klassen 5a und 5b der Wischestadt drehten das Geschichtsrad einige tausend Jahre zurück. Sie stellten Gefäße aus Lehm her, mahlten Getreide und gingen auf die Jagd. Natürlich spielerisch. Mit Pfeil und Bogen visierten sie ein selbstgestaltetes Ziel an. Das Steinzeit-Projekt sorgte für Abwechslung im Unterrichtsalltag. Dass diese Epoche mit einigen Mühen verbunden war und so gar nicht mit der heutigen modernen Zeit zu vergleichen ist, wissen die Schüler spätestens nach den praktischen Übungen, die gestern im und am IB-Freizteitzentrum über die Bühne gingen. "Das macht den Kindern wahnsinnig viel Spaß", weiß Klassenlehrerin Kerstin Raguse, die dieses Projekt schon seit vielen Jahren mit ihren Kolleginnen an der Bildungseinrichtung initiiert. Für die Pädagogen ist es wichtig, dass die Steinzeit nicht nur theoretischer Bestandteil im Unterrichtsfach Geschichte ist. Die Fünftklässler wurden gestern gefordert.

Eine Gruppe stellte zusammen mit Geschichtslehrerin Elli Heine Gefäße aus Lehm her. Die später luftgetrockneten kleinen Gegenstände nahmen die Mädchen und Jungen mit, um sie am kommenden Donnerstag bei der Präsentation der Ergebnisse auszustellen. Auch die aus Feuerstein hergestellten Werkzeuge, beispielsweise ein Mini-Faustkeil, können dann begutachtet werden.

Menschen müssen stark gewesen sein

Dass das treffsichere Schießen mit Pfeil und Bogen schon mehrere Übungsstunden benötigt, wissen die Kinder auch. Zum Stationsbetrieb zählte auch das Mahlen von Getreidekörnern mit einem größeren Stein. Auch für diese Tätigkeit war Ausdauer gefragt. Die Steinzeit-Menschen mahlten das Korn bereits vor 30000 Jahren, wie nachgewiesen wurde. Sie fütterten damit ihre Tiere, beispielsweise Ur-Schafe, erzählten die Kinder der Klasse.

Und trotz der kraft- und zeitaufwendigen Arbeit scheint die Steinzeit für Paul und Lara aus der Klasse 5a auch lebenswert gewesen zu sein. Beide hätten damals gern gelebt. "Weil man dort mehr in Bewegung war", sagte Lara. Und für Paul mussten die damaligen Menschen "sehr stark gewesen" sein. Er fügte noch hinzu, dass zu dieser Zeit noch einiges entdeckt werden konnte. "Sie stellten fest, dass das Getreide wächst und man dieses den Tieren zum Füttern geben konnte."

Bereits am Vortag besuchten die Fünftklässler das Danneil-Museum in Salzwedel, das interessante Exponate aus der Geschichte beherbergt. Am heutigen Mittwoch arbeiten die Mädchen und Jungen der Klasse 5a mit einem Webrahmen, während die 5b mit ihrer Klassenlehrerin Simone Weigelt die Stationen im Freizeitzentrum kennen lernt.

Am Donnerstagvormittag wird dann die Aula der Gemeinschaft- und Sekundarschule "zu einem kleinen Museum", blickt Kerstin Raguse nach vorne. Dann zeigen die Fünftklässler, was sie an drei Tagen hergestellt haben - eine ganze Menge.

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