Osterburg l Bürgermeister Nico Schulz, Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose und der Bauausschussvorsitzende Matthias Lenz hoben gestern Vormittag kurz nach 9 Uhr das erste Erdreich aus dem Boden des Hilliges-Platzes. Mit diesem symbolischen Akt wurden Arbeiten eingeläutet, die den zwischen Stadtpassage und Breite Straße gelegenen Platz aufwerten und freundlicher gestalten sollen. 270000 Euro stehen als Investitionssumme zur Verfügung.

Neben der Pflasterung zählt eine Begrünung ebenso zum Maßnahmepaket wie neues Mobiliar und ein Wasserspiel. Auch der Stein der Einheit, der gegenwärtig noch im Schatten des Rathauses am Großen Markt ein eher unbeachtetes Dasein fristet, soll sich bald auf dem Hilliges-Platz wiederfinden. "Darüber waren wir uns am Montag im Ortschaftsrat einig. Der Stein wird am nördlichen Rand des Platzes, etwa in der Mitte des angrenzenden Gebäudegiebels aufgestellt. Am 3. Oktober soll er im festlichen Rahmen neu eingeweiht werden", kündigte Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose an.

Der Platz selbst dürfte im Frühherbst schon längst wieder begehbare Zone sein. Aktuell gehen die Planer davon aus, dass das Gros der Arbeiten bis Mitte Juni erledigt ist. Zu diesem Zeitpunkt will die Drogeriekette Rossmann mit ihrem Osterburger Markt in die Stadtpassage umziehen.

Die Neugestaltung des Hilliges-Platzes schließt das Sanierungsgeschehen in dem Bereich aber noch nicht ab. In den folgenden Jahren sollen noch das Gelände zwischen Proka und Stadtpassage, das östlich angrenzende und derzeit wieder als Marktplatz genutzte Areal sowie der Parkplatz an der Lindenstraße erneuert werden. "Für das gesamte Paket haben wir bereits Fördermittel beantragt", so Bürgermeister Nico Schulz, der von einem Finanzvolumen von insgesamt 1,4 Millionen Euro ausgeht. Läuft alles wie geplant und werden die Fördergelder bewilligt, "können wir bis 2019 alle großen Vorhaben abarbeiten, die sich die Stadt einst in ihrem Sanierungskonzept vorgenommen hat. Dann steht nur noch die Erneuerung des von der Naumannstraße bis zur Gartenstraße reichenden Teilstückes der Werbener Straße aus. Aber auch das bekommen wir noch hin", betonte Schulz.

Die Sanierungs-Ziellinie vor Augen, stufte der Bürgermeister den Baustart auf dem Hilliges-Platz als ein ganz besonderes Ereignis für Osterburg ein. "Wir beginnen heute mit der letzten großen Baumaßnahme im Rahmen unserer Stadtsanierung. Das ist ein guter Grund für einen ersten Spatenstich", sagte er. Klaus-Peter Gose teilte diese Ansicht. Der Ortsbürgermeister möchte deshalb eine Erinnerung an diesen Tag und die Stadtsanierung sichern. Eines der drei während des symbolischen Aktes verwendeten Spatenblätter will Gose, mit einer entsprechenden Inschrift versehen, an das Osterburger Kreismuseum übergeben.

Mit dem absehbaren Ende der Stadtsanierung kündigt sich aber auch die Schlussrechnung des Programms an. Dann werde die Einheitsgemeinde die finanzielle Beteiligung von den Haus- und Grundstückseignern einfordern, deren Immobilien im Laufe der Jahre durch die Maßnahmen im Sanierungsgebiet an Wert gewonnen haben, sagte Nico Schulz. Im Gegensatz zu Grundstücksbesitzern außerhalb des Sanierungsgebietes, die stets zeitnah an Ausbau- oder Erschließungsmaßnahmen auf den vor ihrer Haustür liegenden Straßen und Gehwegen beteiligt wurden, blieben Eigentümer im Sanierungsgebiet bislang von ähnlichen Beiträgen verschont. Grund sind gesetzliche Regelungen. Danach darf die Kommune erst abrechnen und Beiträge erheben, wenn das Sanierungsprogramm komplett abgeschlossen ist.