Erxleben/KleinSchwechten l Die Trophäenschau des Hegerings Erxleben begann mit einer Schweigeminute. Damit gedachten die Waidmänner ihres jahrzehntelangen Jagdgenossen Helmut Tegtmeier, der wenige Tage zuvor verstorben war. Hegeringleiter Thilo Pierau übergab das Wort anschließend zur Auswertung der Trophäen an Heiko Werner und Lars Falke. Mit der Jagdsaison, die am 31. März endete, zeigte Pierau sich sehr zufrieden, und auch die Vorbereitung der Trophäen wertete er als vorbildlich. 7200 Hektar gehören zum Jagdgebiet der 46 Mitglieder, zu dem die Reviere in Ballerstedt, Polkau, Erxleben, Klein Schwechten, Häsewig, Petersmark, Ziegenhagen, Plätz und Polkern zählen.

Die Rehwildstrecke sieht wie folgt aus: 79 Rehböcke, 71 weibliches Rehwild, 73 Kitze und 24 Mal verunfalltes Wild. "Worauf wir stolz sind, ist unser schwarzes Rehwild, das wir schonen. Davon haben wir 40", betonte der Hegeringleiter. Das Damwild mit 17 Stück setzte sich aus sieben Hirschen, sechs Tieren und vier Kälbern zusammen. Ein Hirsch davon ging auf Pieraus eigenes Konto. Stark ist der Bestand beim Schwarzwild. So kamen die Jäger bei insgesamt 50 Stück auf drei Keiler, 14 Überläufer, 30 Frischlinge, zwei Bachen und ein verunfalltes Schwarzwild. Friedrich Falke aus Klein Schwechten hatte sich mit dem Erlegen eines fünf bis sechs Jahre alten Keilers im Häsewiger Revier die Bronzemedaille verdient. Diese Trophäe wird in dieser Woche mit denen der Hirsche zur Landestrophäenbewertung nach Langenweddingen geschickt. Besonders stolz ist der Hegeringleiter auf die erste Mufflontrophäe eines dreieinhalbjährigen Widders, den Siegfried Schneider im Revier Ballerstedt erlegte. Insgesamt drei Mufflons und ein Rothirsch (in Polkern) standen zu Buche. Was das Raubwild angeht, sieht die Auswertung folgendermaßen aus: 118 Füchse, 9 Dachse, 183 Waschbären, 35 Marderhunde, 38 Nutria. Der Anteil der Nutria sei angestiegen, resümierte Lars Falke.

Hegeringleiter Thilo Pierau wies schließlich noch darauf hin, Wolfsichtungen unbedingt mit Ort und Zeit bei Tierarzt Dr. Thoralf Schaffer zu melden, der die Information an das Biosphärenreservat Arneburg weiterleitet.

Jagdgenosse Siegfried Schneider meldete sich an dieser Stelle mit einem Kommentar. "Das ist der blanke Hohn, dass man bei Kindereinrichtungen Mittel reduziert und statt dessen Gelder für den Wolf ausgegeben werden, der gar nicht vom Aussterben bedroht ist." Einzelne Wölfe stören seiner Meinung zwar wenig, aber wenn sie im Rudel auftreten und die afrikanische Schweinepest mitbrächten, sei das etwas, über das im Veterinäramt ernsthaft nachgedacht werden sollte. Zum Ende des offiziellen Teils gab Holger Seehaus anlässlich seines 50. Geburtstags noch eine Runde Schnaps aus. Am Nachmittag hatte die Schau ihre Pforten für die Bevölkerung geöffnet.

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