Werben (kop) l Es war eine heimliche Hoffnung. Als Ingrid Bahß im vergangenen Jahr das Linzer Orgeltreffen am Rhein besuchte, hat sie auch nach potenziellen Künstlern für den Werbener Biedermeiersommer Ausschau gehalten. Nun entwickelte sich sogar ein "wunderbarer Kontakt". Und dieser schlägt am ersten Juliwochenende tatsächlich in Werben auf: die Drehorgelspieler Rosi und Frithjof Grögler aus dem "tiefsten Baden-Würtemberg". Ingrid Bahß vom Arbeitskreis Werbener Altstadt habe den beiden so viel vorgeschwärmt, dass sie quasi kommen mussten. Die Künstler bleiben gleich eine ganze Woche - und spielen auf dem Biedermeiersommer ohne Gage. Auch ein extra Konzert in der Salzkirche ist schon fest geplant, am Sonnabend, 4. Juli, um 15 Uhr. Der Eintritt kommt dem Arbeitskreis Werbener Altstadt als Spende zu Gute. "Das ist natürlich eine ganz tolle Sache", so Ingrid Bahß, die dem Arbeitskreis angehört.

Rosi und Frithjof Grögler spielen Drehorgel und singen auch dazu. Zu ihrem Repertoire gehören vor allem so genannte Moritaten, Volkslieder, alte Schlager und für Drehorgel-Kirchenkonzerte auch Choräle und klassische Stücke. Viele der Moritaten stammen aus der Biedermeierzeit, weswegen die Drehorgelspieler besonders gut zur Werbener Veranstaltung passen. So geben die Gröglers zum Beispiel "Sabinchen war ein Frauenzimmer" oder "Mariechen saß weinend im Garten" zum Besten. Die Künstler beziehen ihr Publikum gern mit ein, verteilen Liedtexte, animieren zum Mitmachen.

Rosi und Frithjof Grögler haben viel Schönes mit der Drehorgel erlebt. In einem sauerländischen Seniorenpflegeheim hat ihr Auftritt einer Frau nach einem halben Jahr der Stille sogar das erstes Lächeln entlockt.