Aufgrund geringer Kinderzahlen wurden zuletzt Befürchtungen vor einer Schließung der Rossauer Tagesstätte laut. Nun steuert die Osterburger Verwaltung gegen. Mit einem Kita-Mobil will sie neue Kinder für die Einrichtung gewinnen. Im Hauptausschuss stieß diese Idee auf Zustimmung.

Osterburg l Neun Kinder besuchen aktuell die kleinste Kindereinrichtung in der Einheitsgemeinde, zwei dieser Mädchen und Jungen werden zum neuen Unterrichtsjahr eingeschult.

Gedanken über eine Schließung des Rossauer "Zwergenlandes" kamen am Donnerstagabend im Hauptausschuss trotz dieser überschaubaren Zahl aber nicht auf. Ganz im Gegenteil. "Es muss unser Ziel sein, alle noch bestehenden Einrichtungen zu erhalten", äußerten sich Bürgermeister Nico Schulz (CDU) und Stadtrat Jürgen Emanuel unisono. Zufrieden konnten Torsten Benecke als Elternsprecher, Leiterin Sandy Schulz sowie weitere Vertreter der Rossauer Kita konstatieren, "dass uns die Hauptausschussmitglieder und die Stadt den Rücken stärken". Wie, erklärte Amtsleiterin Anke Müller. Danach will die Kommune ein Kita-Mobil in den Dienst stellen. Mit diesem Fahrzeug sollen Krippen- oder Kindergartenkinder zukünftig vormittags aus der Osterburger Jenny-Marx-Kita nach Rossau und nachmittags nach dem Kaffeetrinken zurück in die Osterburger Tagesstätte gebracht werden.

Hintergrund dieser Überlegung: Abgesehen von Rossau sind sämtliche kommunale Tagesstätten sehr gut ausgelastet. "Königsmark ist ausgebucht, Walsleben nahezu voll. Und in der Jenny-Marx-Kita ist die Kapazität der Krippenplätze erschöpft", zählte Müller auf. Eltern, die in Osterburg keinen Krippenplatz mehr bekommen, könnten also von Rossau profitieren. "Sie schließen zwar eine Betreuungsvereinbarung mit der Rossauer Kita ab. Aber sie bringen ihr Kind morgens in den Jenny-Marx-Kindergarten und holen es dort auch wieder ab", erklärte die Amtsleiterin. Wichtig: Für die von einer Betreuerin begleiteten Fahrten des Kita-Mobils würden den Eltern keine zusätzlichen Kosten entstehen, diese würden von der Stadt getragen. Osterburg wiederum erhofft sich für das Projekt finanzielle Unterstützung aus einem Demografie-Programm.

Diese Hilfe würde 18 Monate währen, anschließend müsste die Kommune allein für die Finanzierung aufkommen. Aber: Zusätzliche Kinder bedeuten auch zusätzliche Elternbeiträge und Kita-Zuschüsse von Land und Kreis, sagte Anke Müller. "Unser Ziel wäre es, dass wir die Kosten für das Kita-Mobil perspektivisch auf diese Weise sogar ausgleichen", stellte sie in Aussicht. Müller sieht gute Chancen, mit dem neuen Angebot fünf bis sechs Mädchen und Jungen für die Rossauer Einrichtung zu gewinnen. Mut auf eine sichere Zukunft der Rossauer Tagesstätte macht zudem, "dass wir davon abgesehen, schon jetzt fünf Neuanmeldungen für unsere Einrichtung haben", berichtete Torsten Benecke.

Die Rossauer wollen eine vorerst vermutlich fünf Jahre währende Laufzeit des Kita-Mobils nutzen, um massiv für das "Zwergenland" zu werben. Dass sie dazu Gelegenheit bekommen werden, scheint nach der Hauptausschusssitzung fast sicher. Zwar fällt die Entscheidung erst am 7. Mai im Stadtrat, im Hauptausschuss empfingen die Rossauer aber durchweg positive Signale. Das Gremium votierte einstimmig dafür, das Projekt Kita-Mobil in Angriff zu nehmen.