Werben l Von Vision kann keine Rede mehr sein. Der Arbeitskreis Freie Grundschule Werben ist mit drei evangelischen Trägern soweit in den Verhandlungen vorgerückt, "dass es nur noch um die Frage des Geldes geht", sagt Ines Bergmann aus dem Arbeitskreis. Alle sachlichen Voraussetzungen, die Ausstattung der Schule, das Drumherum, würden die Bewerber positiv sehen. Und nicht irgendwer sei zu Besichtigungen gekommen, "das waren schon Entscheidungsträger". Wer genau sich hinter diesen verbirgt, möchte der Arbeitskreis in dieser Phase noch nicht veröffentlicht wissen. Auf jeden Fall handele es sich um evangelische Träger.

Die neuen Flyer sind gedruckt, die Schule will nun auch außerhalb Werbens von sich Reden machen - das heißt, um Schüler werben. Aus der Stadt sei der Zuspruch schon sehr gut gewesen, auch für den Umkreis ist der Arbeitskreis guter Hoffnung. Und eine Mindestschüleranzahl wie an staatlichen Schulen gebe es nicht. "Es kommt darauf an, dass die Schule sich trägt", sagt Bergmann. Dabei seien die ersten drei Jahre entscheidend, denn in dieser Zeit gibt es keine staatlichen Zuschüsse für die Einrichtung. Es sollen nun Schreiben an die umliegenden Verbands- und Einheitsgemeinden gehen, mit der Bitte, dass die Werbeflyer von der Werbener Schule in den dortigen Kitas ausgelegt werden dürfen. Konkurrenz? "Bei einer vernünftigen Schulpolitik mit vernünftigen Einzugsbereichen macht keine private Schule eine staatliche Schule kaputt", so Bergmann.

Die Freie Schule mit Hort soll sich inhaltlich an den großen Pädagogen wie Montessori orientieren. Das den Trägern vom Arbeitskreis vorgeschlagene Konzept sieht einen jahrgangsübergreifenden Unterricht vor. "Insbesondere in der Freiarbeit wird über den eigenen Lernrhytmus die Kreativität im Denken und Gestalten entwickelt", heißt es im neuen Flyer der Schule. Es gehe um die Verbindung von Auge und Hand. Die Schule schreibt die Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen und Unternehmen sehr groß.

Kinder, die in der Freien Schule unterrichtet werden, brauchen dafür nicht evangelischen Glaubens zu sein. "Überhaupt nicht", bekräftigt Bergmann. Ohne Zahlen zu nennen, heißt es, dass die monatlichen Gebühren nicht höher sein werden als bei vergleichbaren privaten Schulen. Mit zwei Pädagogen sei man im Übrigen schon im Gespräch.

Den Entscheid über das Aus für die Werbener Grundschule habe die Stadt mittlerweile "verdaut", nun stehe sie hinter der Freien Schule.