Gladigau l Unter kritischen Augen befand sich Gladigau gestern Vormittag. Eine Bewertungskommission nahm das Dorf kreuz und quer genau unter die Lupe. Der Grund: Die Gladigauer beteiligen sich am 9. Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", der für die Jahre 2014 bis 2016 ausgeschrieben wurde. Auf Bundesebene gibt es diesen Vergleich bereits zum 25. Mal. Initiiert worden war er einst von der Deutschen Gartenbaugesellschaft (DGG), deren jetziger Präsident Dr. Michael Holz der Kommission angehörte. Ihr Leiter war Johannes Wesselmann vom sachsen-anhaltischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Er hatte drei weitere Mitarbeiter seines Hauses zur Seite.

Moderiert wurde der gestrige Rundgang von Norbert Lazay, der an den 17 Stationen den jeweils kompetenten Dorfbewohnern zur genaueren Erklärung das Wort übergab, zum Beispiel Horst Bannehr für das Dorftheater, Marita Roloff für den "Dörpschen Krug", Beate Henning für den Kirchenchor, Bürgermeister Matthias Müller für den Posaunenchor, Ralf Schulze für den Schützenverein, Ursula Müller für die plattdeutsche Sommerschule, Achim Henning für den Sportverein "Blau-Weiß", Josefa Lazay für den Jugendklub und Reinhold Heidkötter von der Four Side Ranch für den Reitverein "Pegasus".

Den landwirtschaftlichen Faktor des Dorfes vertrat Prof. Dr. Dr. Otto Kaufmann von der Betriebsgemeinschaft Kaufmann und Ungnade. "Wir können auf ein sehr gutes Zusammenspiel von landwirtschaftlicher Produktion und dörflicher Gemeinschaft verweisen", sagte Kaufmann. "Es ist uns auch gelungen, unsere wirtschaftlichen Ziele mit den Ansprüchen, die die Natur stellt, zu verbinden."

Mit der Beschäftigung von zehn Arbeitskräften aus dem Ort und benachbarten Dörfern nehme der Betrieb auch seine soziale Funktion wahr und unterstütze nach seinen Möglichkeiten die dörflichen Vereine. Der Rundgang durch Gladigau endete schließlich auf dem über 250 Jahre alten Pfarrhof, in dessen Geschichte Pfarrer Norbert Lazay einen Einblick gab. Mitglieder der Bewertungskommission fanden danach anerkennende Worte für die Entwicklung in Gladigau, wo vor allem ehrenamtliches Engagement gelebte und selbstverständliche Praxis sei.

Für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", haben sich landesweit 109 Dörfer beworben, 17 wurden nominiert. Zwei Orte können sich für den Bundeswettbewerb qualifizieren. Bis zum 7. Mai ist die Bewertungskommission noch in den 17 nominierten Dörfern unterwegs. Der Vergleich der Siegerorte der Bundesländer findet im Sommer des kommenden Jahres statt.