Losenrade (wsc) l Im Künstlerhaus "Raspeliere" in Losenrade fand am Wochenende eine Lesung statt. Die Resonanz darauf war gut. Vorgestellt wurde ein Spätwerk des Schriftstellers Arno Schmidt (1914-1979), der in der Südheide bei Celle lebte. In seiner Biografie steht unter anderem Folgendes: "Arno Schmidt wollte die Nessel Wirklichkeit anpacken und pflegte dabei einen eigenwilligen Stil, den er als "musivisch" bezeichnete. Wortneuschöpfungen und expressionistische Lautmalereien sind dafür ebenso typisch wie die Verlebendigung der Satzzeichen und die Ignorierung der vorgesehenen Orthografie. Er erzählt nicht fortlaufend, sondern zerlegt Geschichten in winzige Details, die er ohne Verbindungen oder Überleitungen aneinanderreiht."

Als Gast für die Lesung in Losenrade konnte der geschäftsführende Vorstand der Arno-Schmidt-Stiftung in Bargfeld (Lüneburger Heide), Bernd Rauschenbach, gewonnen werden. Er las rund eine Stunde aus dem Spätwerk Schmidts "KAFF auch Mare Crisium". Kaff kann für einen fiktiven, abgelegenen Meiler stehen. Die Frage, wie man das Landleben dort ertragen kann, wird erörtert. Das Mare Crisium ist eine Landschaft auf dem Mond, wo in zwei Siedlungen einige tausend amerikanische und sowjetische Wissenschaftler wohnen, die nach einem Atomschlag auf der nun unbewohnbaren Erde hinauf geschossen wurden. Mit der Standard-Rechtschreibung bricht der Autor vollends. Die Sprache erscheint lautmalerisch.

Neben einigen Besuchern aus der Region konnten auch viele Interessenten, zum Beispiel aus Hamburg, Hannover, Berlin und Wuppertal begrüßt werden. Neben der Lesung gerieten auch die neue Scharade des Lichtes, die Fotografien über die Steilküstenwälder Rügens und die ländliche Malerei in den Fokus der Besucher.

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