Die Oben-ohne-Zeit ist vorbei: Das Waldbad-Gebäude wurde nicht nur mit einem neuen Dach ausgerüstet. Als eine der letzten Amtshandlungen nahm die Seehäuser Dachdecker-Firma einen 1,20 Meter hohen rundförmigen Behälter mit nach oben aufs "Podest".

Seehausen l Die aus einer Titanzink-Legierung bestehende Säule bildet die Turmspitze des Haupthauses im Seehäuser Waldbad. Mit einer Höhe von 1,20 Meter ist sie weitaus größer als die alte, die seit 1938 und damit seit 77 Jahren den höchsten Punkt des Objektes bildete.

Das Vorgänger-Modell war aus Ton und etwa 30 Zentimeter hoch, berichtete Dachdeckermeister Steffen Bensch. Mit der neuen Dacheindeckung kam das Aus für die alte Spitze. Für den Nachfolger sorgte Bensch selbst, der ihn eigenhändig herstellte und dem Förderverein der beliebten Freizeitstätte sponserte. Am Montagnachmittag wurde die neue Turmspitze gefüllt. Fördervereins-Vorsitzender Walter Fiedler brachte die Waldbad-broschüre hinein, ebenso eine Mini-LED-Leuchte mit dem Namenszug der Förderer. Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann gab noch einige Münzen hinzu. Und ab ging es aufs Dach. Neben den beiden verfolgte auch Planer Peter Jabke die Montage, die Dachdecker Christian Korn vornahm.

Mit dem Aufsetzen der Spitze sind die Dachdecker-Arbeiten im Seehäuser Waldbad abgeschlossen. Das Gebäude wird sich weiter herausputzen. Zum ersten Bauabschnitt zählen noch weitere Aufgaben, die künftig realisiert werden sollen.

Hansestadt hofft auf weitere Leader-Gelder

Das Objekt erhält noch einen frischen Anstrich, wie der Fördervereins-Vorsitzende erwähnte. Im Zuge der Modernisierung ist auch der Erwerb und der Einbau neuer Fenster geplant. Einen zukunftsweisenden Beschluss nahm bereits der Stadtrat vor, in dem er die ehemalige Bademeisterwohnung, die seit 1995 leer steht, als eine Herberge für Radtouristen herrichten will. Dafür sind auch künftig Gelder aus dem Förderprogramm "Leader" notwendig, von der die Stätte bereits profitierte und mit deren Unterstützung nicht nur das Dach, sondern auch neue Sanitäranlagen entstanden.

Das neue Projekt soll somit den Radlern zugute kommen. Die Räume sind vorhanden: drei könnten als Zwei-Bett-Zimmer genutzt werden, ein weiteres ist für die Ausstattung mit einem Bett vorgesehen. Desweiteren sollen ein Gemeinschaftsbad und eine Küche in der ehemaligen Bademeister-Wohnung Einzug halten. In allen Räumen ist die Elektrik zu machen, müssen die Fenster erneuert werden, und auch die Heizungsanlage entspricht nicht den modernen Standards.

Das Seehäuser Waldbad startet übrigens am 1. Juni, und dann täglich ab 10 Uhr, in die neue Saison.

Bilder