Elf Monate währten die Bauarbeiten im Biesebad, am Sonnabend öffnete sich für die Osterburger wieder die Tür zur Ausflugsstätte.

Osterburg l "Das Warten hat sich wirklich gelohnt." Bürgermeister Nico Schulz sparte während der Eröffnung nicht mit Komplimenten für das neue Aussehen der Ausflugsstätte, "die nach unseren Recherchen bundesweit das einzige noch vorhandene Flussbad ist."

Gemeinsam mit seinem Orts-Kollegen Klaus-Peter Gose blickte der Einheitsgemeinde-Bürgermeister auf die Arbeiten im Bad zurück. Neben Versicherungsgeldern in Höhe von 170000 Euro, die Osterburg für das 2011 abgebrannte Biesecafé erhielt, konnte die Kommune dabei auf knapp 190000 Euro Fördermittel zurückgreifen, die das Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung für das Vorhaben an der Biese beisteuerte. Dafür entstanden ein neues Funktionalgebäude (unter anderem mit Toiletten) sowie attraktive Freianlagen. Zu letzteren zählt beispielsweise eine neue Terrasse, die zum Teil über die Biese ragt. Auch die Sportler der Osterburger Eintracht um ihren Vorsitzenden Jörg Gerber brachten sich in die "Schönheitskur" der Ausflugsstätte ein. Sie finanzierten eine Beachvolleyballanlage und bauten die beiden Felder in den zurückliegenden Tagen auch selbst auf.

Nico Schulz freute sich über dieses Engagement der Sportler, ein großes Dankeschön richtete der Bürgermeister aber auch an Pächterin Annett Lenzner. Im März hatte der zu diesem Zeitpunkt einzige Bewerber für das Bad sein Angebot zurückgezogen. "Das kam für uns überraschend und brachte uns gerade mit Blick auf die neue Saison in eine schwierige Lage", sagte Schulz. Umso mehr habe er sich über das Interesse von Annett Lenzner gefreut, die von Anfang an ein großes Engagement für die Ausflugsstätte an den Tag gelegt habe. "In nicht einmal zwei Wochen lag uns ein aussagekräftiges Konzept vor und konnten wir die Verhandlungen abschließen", erzählte er.

Nico Schulz und Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose wünschten der Pächterin und ihrem Team viel Erfolg, anschließend durfte sich Annett Lenzner noch über weitere Gratulationen freuen. Und jede Menge Komplimente. Viele Besucher lobten das neue "Gesicht" der Ausflugsstätte. Kritisch angemerkt wurde aber, dass im Funktionalgebäude ein Umkleideraum fehlt.

Die Terrasse am Fluss sowie die mit einem Zelt überspannten Sitzmöglichkeiten am Gebäude stießen dagegen auf einhelligen Zuspruch. Dort ließen sich Besucher Kaffee, Kuchen und Bratwurst schmecken, während Kinder in einer Hüpfburg herumtollten, einen Formel 1-Simulator ausprobierten und im Schiff auf dem Spielplatz umherkletterten.

Und obwohl das Wetter am Sonnabend noch nicht wirklich Lust auf Baden machte, wagte die erste Osterburgerin auch schon den Gang in den Fluss. "Neun bis zehn Grad", schätzte Sabine Johannes schmunzelnd die Wassertemperatur ein und schwamm eine Runde. Spielt das Wetter mit, dürften weitere Osterburger ihr das bald nachmachen. Das Bad ist täglich von 13 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.

 

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