Der Verbandsgemeinderat hat für den von Goldbeck gewünschten Grundschulneubau gestimmt. Nun muss die Gemeinde nur noch die Kommunalaufsicht davon überzeugen, dass sie die Eigenmittel auch wirklich aufbringen kann. Dann steht der Campus-Lösung nichts mehr im Wege.

Goldbeck l Ob auch die Solidaritäts-Lösung durch den Rat gekommen wäre? Das bleibt ein Geheimnis. Zumindest Ines Bergmann hätte auch für den Grundschulneubau in Goldbeck gestimmt, wenn die Verbandsgemeinde den Eigenanteil aufbringen würde. Die Beschlussvorlage lautete aber anders: Die Gemeinde Goldbeck trägt für den Neubau der Grundschule den Eigenanteil in Höhe von rund 650000 Euro. "Wir können uns das jetzt leisten, wir stehen finanziell wesentlich besser da als noch vor ein paar Jahren", sagte Torsten Dobberkau auf der Sitzung des Verbandsgemeinderates am Montagabend. Außerdem, so fürchtet der Goldbecker Bürgermeister, wäre der Schulneubau sonst womöglich nicht durch den Rat gegangen. Und wenn eine Schule neu gebaut wird, ist rechtlich die Verbandsgemeinde zuständig. Diesen Haken jedenfalls kann Goldbeck nun machen. Vorbehaltlich einer Förderung aus dem Stark III-Topf bleibt nun noch die Frage, ob die Kommunalaufsicht diesen eher ungewöhnlichen Weg mitmacht. Mit einem städtebaulichen Vertrag, wie von den Machern zunächst angedacht, könne das Vorhaben rechtlich nicht abgesichert werden. Nun soll die Gemeinde nachweisen, dass sie ihren Pflichten als Kommune trotz dieser doch stattlichen finanziellen Belastung nachkommen kann. "Das kriegen wir aber hin, da sehe ich eigentlich kein Problem", so Dobberkau. Das Geld soll über mehrere Jahresscheiben bereit gestellt werden. Träger der Schule wird die Verbandsgemeinde sein, sie beantragt auch die Stark III-Mittel. Sie bekommt das Grundstück von Goldbeck geschenkt, baut und ist später auch Eigentümer der Schule. Die Gesamtkosten für den Neubau betragen gut 1,7Millionen Euro.

Die Gemeinde ist ihrem großen Wunsch nach einem Campus-Komplex ein gutes Stück näher gekommen. Zur Debatte stand auch die Sanierung des jetzigen Grundschulgebäudes. Aber im Vergleich hatte der Neubau neben der Sekundarschule als Campus-Lösung die Nase vorn. Der Neubau ist laut Studie nicht nur als solcher günstiger. Er ist auch im Betrieb wirtschaftlicher, da der Energieverbrauch und die Unterhaltungskosten geringer ausfallen werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Investieren müssen hätte die Gemeinde Goldbeck so oder so, betonte Dobberkau.

Für den alten Grundschulstandort gibt es bereits eine Nachnutzungsidee. In dem Gebäude sollen altengerechte Wohnungen entstehen.