Der Waldbadförderverein Seehausen kann sich seit dieser Woche über zwei Hinweisschilder freuen, die an der B189 auf die Naherholungsstätte aufmerksam machen. Aber die beiden Schilder reißen ein großes Loch in die Kasse der gemeinnützigen Institution.

Seehausen l Rund 1700Euro hat der Verein von der Straßenbaubehörde für die Reklame in Rechnung gestellt bekommen, ließ der Vorsitzende Walter Fiedler am Rande der Sitzung des Wirtschafts- und Tourismusförderausschusses am Montagabend in Beuster durchblicken, als der Chef des Blaulichtmuseums den Wunsch nach Hinweistafeln äußerte (wir berichteten).

Geld für 566 Tageskarten

"Jetzt weiß ich auch, warum die Autobahn so teuer wird", schob Fiedler bei aller Freude über die Wegweiser etwas sarkastisch nach.

Der Rechnung, hieß es aus der Kreisverwaltung, über deren Tisch die verkehrsbehördliche Anordnung ging, liege wohl ein standardisiertes Verfahren zu Grunde, das keinen Unterschied zwischen einem Industrie- und Gewerbebetrieb und einem gemeinnützigen Verein kennt. Der Leiter der Straßenbaubehörde, die die Anordnung schließlich umsetzte, war gestern nicht für eine Nachfrage zu erreichen.

Jedenfalls sind 1700 Euro eine Menge "Holz" für den Verein, der sonst der äußerst klammen Stadt unter anderem mit Arbeitseinsätzen bei der Unterhaltung des Areals im Schillerhain hilft und fast jeden Euro in die Gestaltung des Spielplatzes neben dem Schwimmbecken steckt.

Sicht wird erschwert

Anders gesagt: Für 1700Euro sind 566 Tageskarten für Erwachsene und doppelt so viele für Kinder zu haben. Was wiederum etwa dem Besucherstrom fast einer Woche in einer durchschnittlichen Badesaison entspricht, die von Juni bis August nur ein Vierteljahr dauert.

Mit dem Waldbadhinweis ist den Verantwortlichen nebenbei fast im wahrsten Sinn des Wortes ein Schildbürgerstreich gelungen. Wer nicht gerade in einem Sportwagen von der Estel-Straße auf die B189 auffährt, hat jetzt Schwierigkeiten den Verkehr aus Richtung Osterburg einzuschätzen.

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