Krumke (fsc) l "Wir wollen die Hundegräber im Park wieder in Ordnung bringen, deren Steine restaurieren lassen und so die Aufmerksamkeit der Parkbesucher beim Rundgang auf einen weiteren Blickfang lenken", beschlossen die Mitglieder des Fördervereins Schloss Krumke kürzlich auf ihrer Radtour. Und sie legten auch gleich mit dem 20. Mai einen Termin für die erste Säuberung fest.

Die Platten aus Sandstein, deren Inschriften kaum oder gar nicht mehr lesbar und von denen zwei zerbrochen sind, waren schon ziemlich eingewachsen und mit dunklem Belag überzogen. Manch achtloser Spaziergänger war in den zurückliegenden Jahren über diese letzten Ruhestätten der Hunde der Familie von Gwinner hinweg geschritten.

Für ihre Initiative fanden die Schlossförderer weitere Unterstützer. So erklärte sich der Stadtgärtner Ulf Garlipp bereit, die geborstenen Steine reparieren zu lassen. Die Inschriften sollen, soweit man sie an Hand von möglichen alten Unterlagen rekonstruieren kann, wieder hergestellt werden.

Dr. Friedrich Schnüber, der von dem Vorhaben gehört hatte, bot an, sich an den Kosten zu beteiligen. "Vieleicht macht das Beispiel Schule und es finden sich noch weitere Sponsoren", bemerkte er. "Es bleibt zu überlegen, darüber hinaus Spendenbüchsen in Geschäften und Einrichtungen aufzustellen."

Dem Osterburger Arzt im Ruhestand sind die Hundegräber vor einiger Zeit aufgefallen. "Die Hunde haben die Gwinners ihr Leben lang begleitet, vermutlich auch als Jagdhunde des Schlossherren, gehörten so zur Familie. Ich bin der Meinung, dass man auch Hunde, wenn sie über Jahre treue Gefährten waren, ehren sollte."

Weiterhin erklärte Dr. Schnüber sein Engagement für diese kleine Gedenkstätte damit, dass er, selbst Jäger, Hunden sehr zugetan sei. "Ich mag sie einfach, seit 30 Jahren habe ich Hunde verschiedener Rassen. Ich mag auch diesen Park und freue mich, dass es Menschen gibt, die sich um ihn kümmern."

Die Vereinsvorsitzende Karin Maaß brachte zu diesem ersten Einsatz einen Handwagen mit Handwerkszeug und Reinigungsmitteln mit. Neben ihr und Dr. Friedrich Schnüber hatten sich die Vereinsmitglieder Klaus Quiatkowski, Angelika Sengstock, Petra Heinig, Margitta Glowinski und deren Tochter Anna eingfunden.

Zunächst wurden die Steine ringsum freigelegt und gesäubert. Nach hartnäckigem Bearbeiten mit Bürsten und Reinigungsmitteln kamen einige Schriftzeichen deutlicher zum Vorschein, so dass man auf drei Steinen die Namen der Hunde lesen konnte: Polly, Terra und Cora. Die vierte Inschrift blieb aber unleserlich.

Angelika Sengstock wusste aus Kindheitserzählungen ihres Vaters Gerhard Laternicht sen. - und Karin Maaß hatte das auch von ihrer Mutter Erika Maureschat erfahren -, dass seinerzeit abends die Tore des Krumker Parks abgeschlossen wurden und die Hunde darin frei herum liefen. So haben sie nachts das Gelände und das Schloss bewacht.