Goldbeck (kop) l Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck produziert Strom für den Eigenverbrauch. Anfang Mai gingen auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes in Goldbeck 37 Platten in Betrieb. Sie sind gen Osten, Süden und Westen ausgerichtet, so dass bei Sonnenschein den ganzen Tag Energie produziert wird. "Die Idee dafür hatten wir schon vor zwei bis drei Jahren", sagt Eike Trumpf als Verbandsgemeindebürgermeister. Das Projekt wurde immer wieder verschoben, "aber für dieses Jahr hatten wir es uns fest vorgenommen".

Nun läuft die Anlage, sie hat eine Fläche von insgesamt 61 Quadratmetern. Gerade tagsüber, wenn alle Computer laufen, sollen die Platten die Energiekosten senken. Denn je mehr Strom die Anlage produziert, desto weniger muss die Verbandsgemeinde zukaufen. Und was an sehr sonnigen Tagen zu viel produziert wird, geht ins allgemeine Netz über und wird angerechnet.

Die Anlage hat eine Leistung von zehn Kilowatt-Peak. Sie wurde aus dem Haushalt bezahlt und schlägt mit 22800Euro zu Buche. Die offizielle Zählerabnahme durch die Avacon ist noch nicht erfolgt, Trumpf erwartet sie aber in Kürze. "Wir sparen aber auch jetzt schon jeden Tag."

Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck ist in Sachen Energiegewinnung landkreisweit auf Platz eins. Der Energiegewinn ist wesentlich höher als der Verbrauch - gemessen am Jahr 2013 genau 700 Prozent höher. Goldbeck produziert sogar rund 1750 Prozent mehr Strom als es verbraucht.

Im Landkreis stehen derzeit 260 Windräder, 111 davon auf dem Gebiet der VG Arneburg-Goldbeck. Dazu kommen zwölf Biogasanlagen (davon fünf in Goldbeck) und die Nordmethananlage in Altenzaun, wo das Gas nicht verstromt, sondern als Gas abgegeben wird. Außerdem gibt es vier Solarparks, drei wiederum in Goldbeck, einer in Ellingen. Die meisten Anlagen, ob in Bezug auf Strom oder Gas, gehen auf das Konto von überregionalen Investoren.