Herausgeputzt in Kleid oder Anzug haben am Sonntag 14 Jugendliche in Werben und Eich-stedt ihre Konfirmation gefeiert. In festlich geschmückten Kirchen gingen sie gemeinsam den Schritt ins Erwachsenenalter. Mögen sie auch noch planlos sein in ihrem Leben, Ratschläge haben sie nun genügend zur Auswahl.

Werben/Eichstedt l Was wollen sie werden? Den Werbener Konfirmanden war das kurz vor der Zeremonie am Pfingstsonntag ziemlich einerlei. "Keine Ahnung", "Ich nehme, was kommt", "total planlos", hieß es im Pfarrhaus. Immerhin, die Neukirchenerin Johanna Kinne hat eine Idee: "Ich fände die Arbeit in der Autostadt spannend, in der Vermittlung, das hab ich neulich gesehen, und das hat mir gefallen."

"Es wird nicht gleich ein Auto auf euch zugelassen"

Mitten in jugendlicher Sprunghaftigkeit sind die Konfirmanden zu Erwachsenen im kirchlichen Sinne geworden. In Werben war es Pfarrer Jan Foit, der die Mädchen und Jungen konfirmierte. In Eichstedt, wo derzeit die Pfarrstelle unbesetzt ist, geleitete Propst Christoph Hackbeil die Jugendlichen durch die Zeremonie. Proppenvoll war dort die geschmückte St.-Katharinenkirche.

Während draußen der Storch klapperte und die Kleinkinder malten, predigte Hackbeil im Namen des dreiheiligen Gottes. Er riet den Konfirmanden, dass sie ihre Neugierde behalten sollen, dass sie andere Menschen freundlich begrüßen und offen ansprechen mögen. "Freundlichkeit in der Begegnung zahlt sich aus", so der Propst.

Die Konfirmanden könnten nun in eigenem Namen handeln, "auch wenn nicht gleich ein eigenes Auto auf euren Namen zugelassen wird". Bisher hätten die Eltern in ihrem Namen gehandelt. "Nun müsst ihr euch überlegen, in wessen Namen ihr handeln wollt", so Hackbeil. In Googles Namen? Das sei auch eine Variante. "Google rät uns, was wir kaufen und essen sollen." Aber der Rat des Propstes war natürlich ein anderer. Die Jugendlichen täten gut daran, ihr Leben im Namen Jesu in die Hand zu nehmen, denn in der Bindung an ihn würden sie "die Freiheit des heiligen Geistes" erfahren.

Pfarrer holt "Konfis" mit Facebook ab

Doch zu verdammen sei die Moderne natürlich nicht. Facebook und das Internet gehören zur Welt der Jugendlichen, entsprechend hat Foit in der Werbener St. Johanniskirche seine Predigt gestaltet. Im Sinne von "You like Gott" und "Gott likes you" nutzte er die Sprache der Konfirmanden, um sie da abzuholen, wo sie sind. Das große "Gefällt-mir"-Zeichen prangte für alle sichtbar vorn in der Kirche und auch auf dem Programmzettel.

In Werben und Eichstedt erklang Musik. "Ich beuge meine Knie", "Im Namen Gottes fang ich an" oder "Wunderbarer König" hießen die gesungenen und gespielten Stücke. Jeweils eineinhalb Stunden dauerte die Zeremonie. Bei herrlichstem Sonnenschein verließen die Konfirmanden danach die Kirchen, um gemeinsam mit ihren Familien zu feiern. Manche größer, andere kleiner.

Und wenn mal etwas schief geht im Leben? Dann sollen sich die Jugendlichen sicher sein, dass sie nicht alleine sind: Jesus würde sie in allen Lebenslagen anerkennen.

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