Unter dem Vorzeichen "20 Jahre Westernszene in der Altmark" stand das Pfingsttreffen am Wochenende in Seehausen.

Seehausen l Nach dem die Westerngruppe Werben einen eigenständigen Verein gegründet hatte und nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr luden die Frauen und Männer um ihre Vorsitzenden Helmuth Knust, alias Old Grey, wieder gleichgesinnte Freunde der amerikanischen Besiedlungsgeschichte aus ganz Deutschland und Zaungäste auf das Festgelände der Schützengilde Seehausen beziehungsweise auf den benachbarten Platz des Hundesportvereins ein.

Hobbyisten werden älter

Während die Hobbyisten ihr Weißzeltlager auf dem Schützenplatz aufschlugen, gingen bei den Hundefreunden diverse Mitmachwettbewerbe vom Bogenschießen bis zum Lassowerfen, aber auch das bei diesen Treffen übliche bunte und laute Schlachtgetümmel über die Bühne, bei dem in der Regel die Nord- gegen die Südstaatler "kämpfen".

Mit der Resonanz im Jubiläumsjahr waren der Vereins-Chef und seine Mitstreiter zufrieden. An die 300 Leute zählten sie im Weißzeltlager. Knapp 200 campten im Wohnwagen. Der Anteil letzterer steigt jedes Jahr. "Die Westernfreunde werden auch älter", ließ Knust schmunzelnd durchblicken.

Auch mit den Besucherzahlen dürften die Verantwortlichen zufrieden sein. Als Sonnabendnachmittag die Kanonen und Flinten am "Rappahannock River" krachten, hatten die Leute am Einlass schon an die 300 Gäste gezählt und da standen einige Programmpunkte noch aus.

Wer Sonntag den Weg ins Lager fand, bekam bis auf das Feuerwerk zum runden Geburtstag ein ähnlich unterhaltsames Programm wie Sonnabend geboten, das von westerntypischen Disziplinen, Linedance, Modenschau, Schaukämpfen, Pocerface-Schießen, Goldwaschen, Verlosungen und anderem mehr geprägt war. Für das leibliche Wohl hatten die Westernfrauen Kuchen gebacken, am Spieß drehte sich ein knusprig gegrilltes Schwein. Dazu gab es Kaffee und Erfrischungen.

Bürgermeister entführt

Der öffentlichkeitswirksame Startschuss war in diesem Jahr schon am Freitagnachmittag gefallen. Nachdem sich Regina Wieckenberg und Georg Schneider am Vormittag stilecht im Seehäuser Rathaus das Ja-Wort gegeben hatten, um später mit ihren Freunden aus der Szene zu feiern, marschierten gegen 15.30 Uhr vor dem Rathaus die Damen der "Anti-Alcohol-Liga" auf. Was ihre Männer von den Appellen hielten, wurde spätestens klar, als sie Bürgermeister Detlef Neumann aus dem Rathaus zum Festgelände entführten und erst gegen ein Fass Bier wieder auf freien Fuß ließen.

Aus der Sicht der Hausherren wurde das Fest durch den Tod von Wolfgang Uloth überschattet. Der Ehrengildemeister der Seehäuser Schützen verstarb 76-jährig zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau.

   

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