Etwas Eigenes! Für den Sandauerholzer Marko Schwarz geht am 13.Juni ein Traum in Erfüllung. Dann eröffnet er in Behrendorf seinen KfZ-Meisterbetrieb. Nach Jahren auf Montage freut er sich darauf, wieder hier zu sein. Im Gepäck hat er jede Menge PS-starke Erfahrungen.

Behrendorf l Immer wieder die Tasche packen, an alles denken, bloß nichts vergessen. Denn nochmal zurückfahren geht schlecht auf Montage in Norwegen oder Schweden. Das weiß der Sandauerholzer Marko Schwarz zur Genüge. In den vergangenen fünf Jahren war er oft sieben Wochen am Stück von seiner Familie weg. Er baute Hochspannungsmasten und Freileitungen als Subunternehmer für eine schwedische Firma. Eine Übergangslösung, die ihm auch Freude bereitete, aber eben nicht von Dauer sein konnte. "Klettere mal auf einen 60-Meter-Mast, das machst du mit 60 nicht mehr."

Und sowieso, "Schwarzi" wollte sich nach zehn Jahren bei Rosier Audi in Stendal zu Hause eine neue Perspektive schaffen. Zeitgleich mit dem Beginn seiner Montage hat der KfZ-Meister deswegen angefangen, sich einen Kundenstamm aufzubauen. Autos sind sein Metier. "Das hat gut funktioniert, viele haben gewartet, bis ich wieder aus Schweden zurück war", so der 40-Jährige. Als sich dann das Angebot mit dem Objekt in Behrendorf auftat, zögerte Schwarz nicht lange mit dem Kauf. "Ich war da früher schon mal dran, aber damals hat es nicht geklappt."

Als deutscher Meister Skifahren in den USA

Umso mehr freue sich Marko Schwarz jetzt. Seine "Auto-Karriere" begann nach der Wende. Da ging der waschechte Sandauerholzer in die KfZ-Mechaniker-Lehre bei Opel "Bäker und Ahlfeldt" in Havelberg. Anschließend Zivildienst im Kinder- und Jugendheim "Anne Frank" des DRK in Tangermünde, Renault Osterburg, Toyota Stendal und schließlich 2000 der Wechsel zu Rosier Audi. Dort blieb Schwarz zehn Jahre und nahm diverse Fortbildungen mit. In guter Erinnerung bleiben ihm auch die Audi-Meisterschaften. Fünfer-Teams von Audi aus ganz Deutschland treten darin gegeneinander an, 2007 waren es allein 2000 Teams. Sie lösten ein Aufgabenpaket rund ums Auto - und das Team von Rosier machte den ersten Platz. Als Siegerprämie für die deutschen Meister durfte auch Schwarz eine Woche Ski-Fahren in Colorado, USA. "Das war echt toll." Um dies noch zu toppen, wurde das Team um "Schwarzi" ein Jahr später Vize-Weltmeister bei der Audi-WM in Istanbul. Da ging es sogar auf die Formel-1-Rennstrecke. "Mit 520 PS, ich bin von Audi alles gefahren."

Nach zehn Jahren bei Rosier kündigte Schwarz, es war Zeit für etwas Neues. Den KfZ-Meister hatte er in der Zwischenzeit schon gemacht. "Für sich", wie er sagt. Und eigentlich doch, um damit irgendwann etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Autos machen ihm Spaß, er ist der Diagnostiker unter den KfZ-Mechanikern, habe die richtige Nase auch für Elektronik- und Software-Probleme. Und vor allem hat Schwarz keine Angst auch vor "großen Dingern". Er schraubt leidenschaftlich gerne. Auch Landtechnik ist ihm willkommen.

Vielleicht bleibt auch wieder Zeit für Tiere

Im Moment wird das Objekt in Behrendorf in Form gebracht. Schwarz freut sich auf die Eröffnung, aber auch auf das Danach - den Alltag. Nur sechs Minuten von zu Hause weg. Vielleicht bleibe auch irgendwann wieder Zeit für die Tiere, die er hatte. Während der Montage musste er alles abschaffen, die Kühe, Schweine, Enten und Kaninchen. Einiges blieb auf der Strecke in dieser Zeit. Immerhin konnte er auf manche Auslandturns seine Angel mitnehmen und fischen. Auch das Motorradfahren gehört zu seinen Hobbies. Wenn das mal nicht läuft, repariert der Ehemann und zweifache Vater es einfach selbst.

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