Kannenberg (kop) l Der Wäscheplatz sei das beste Beispiel, sagt Robert Placzeck. Das Grün vor den Gemeindewohnungen im Kannenberger roten langen Backsteingebäude ist komplett zugewachsen. "Das reicht seit neuestem so weit, dass sich die Brombeeren ausbreiten", so Placzeck, der im Nebengebäude wohnt. Das Dorfbild würde durch das wilde Wachstum "extrem verschandelt". Und das betreffe auch weitere Gemeindeflächen. Früher sei gemäht worden, heute nicht mehr. "Es kann doch nicht angehen, dass kleine Dörfer so vernachlässigt werden. Ich glaube nicht, dass es am Dorfplatz Iden soweit kommen würde", äußert sich der Kannenberger gegenüber der Volksstimme.

Bürgermeister Norbert Kuhlmann wundert sich darüber, dass der Kannenberger seinen Unmut nicht bei ihm kund tut. "Das wäre doch der erste Weg." Kuhlmanns Nachfrage bei der Wohnungsverwaltung habe ergeben, dass die besagten Flächen vorher laut Absprache von einer Anwohnerin gemäht wurden. "Vielleicht ist das jetzt nicht mehr so, da müsste man nachforschen", so Kuhlmann. Dass die kleinen Ortschaften vernachlässigt würden, schiebt er vehement von sich. Er verweist allein auf die sanierte Zufahrtsstraße nach Kannenberg. Im nächsten Gemeinderat ist eine Ortsbefahrung vorgesehen - natürlich auch in die kleinen Ortsteile.

Falls sich die Gemeinde nicht kümmert, habe Placzeck schon einen Plan B in der Tasche. "Mein Pony Harry würde sich sicherlich über ein bisschen zusätzliches Grün freuen." Die Gemeinde könnte sich ja mit einem Rundballen Heu erkenntlich zeigen.