"Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise" – so schallte es am Sonntagnachmittag in der Wischelandhalle in Seehausen. Denn dort ging der TV-Moderator Maxi Arland mit seiner Dampfershow vor Anker und brachte für die ausverkaufte Halle beliebte Passagiere aus der Schlager- und Volksmusikwelt mit: Gaby Albrecht, Die Ladiner, Sigrid und Marina sowie Oesch‘s Die Dritten.

Seehausen. Als Schiffscrew vom Feinsten kündigte der 29-Jährige die musikalischen Gäste an, und schon zum ersten Lied nahm das Ensemble vor dem Publikum Aufstellung. "Normalerweise begrüßt der Kapitän ja jeden einzeln, aber das lassen wir heute lieber", bemerkte der Moderator angesichts der bis auf den letzten Platz ausgebuchten Veranstaltung und ließ sich außerdem zu einem Wortspiel hinreißen, das bei den Zuschauern bestens ankam: "Das Schiff ist mit dem Arland über den Aland vor Anker gegangen. Hoffentlich werden Sie nicht seekrank." Zur Not stünden Rettungsringe zur Verfügung, erzählte er weiter – wobei er auch sehe, dass einige Herren ihre eigenen Rettungsringe dabei hätten. Doch Spaß beiseite. Der Oberbayer freute sich ehrlich, endlich einmal wieder in Seehausen zu sein, wo seine Dampfershow über die Jahre treue Fans gefunden hat.

Sigrid und Marina waren die ersten Interpreten des Nachmittags. Marianne und Michael hatten sie einst entdeckt und unter ihre Fittiche genommen. 2007 gelang den Sängerinnen mit dem Sieg beim Grand Prix der Volksmusik der Durchbruch. Jetzt machten sie musikalisch Werbung für ihr Heimatland Österreich und punkteten mit einem herzlichen "Grüßt‘s euch alle miteinand‘! Hier ist wie immer wunderbare Stimmung." Mit ihrem Lied speziell für alle Mütter, denen sie ein Dankeschön widmeten, gewannen sie im Nu die Herzen der Zuhörer. Als Maxi Arland die Zwei aus dem Salzkammergut nach ihren Urlaubszielen fragte, sagten sie: "Uns geht es so wie euch. Wir haben Seen und grüne Wiesen, ganz ehrlich, zu Hause ist es am allerschönsten." Zustimmendes Gemurmel.

Nach Südtirol verschlug es das Publikum mit dem Auftritt der Ladiner, die ebenfalls zu den Grand Prix-Gewinnern zählen. Gemeinsam mit Maxi Arland sangen sie den Hit "Kalkutta liegt am Ganges" von Vico Torriani, der ebenfalls Ladiner war. Einen musikalischer Wirbelsturm – sicher wegen ihrer Instrumente und der Jodeleinlagen – erwartete die Gäste mit Oesch‘s Die Dritten, die aus dem Berner Oberland stammen. Die Schweizer machen schon in der dritten Generation Musik. "Seit zehn Tagen sind wir unterwegs, aber wenn die Familie dabei ist, macht es richtig Spaß", betonte Jodelkönigin Melanie.

Als Maxi Arland eine Altstimme ankündigte, die in Weimar ausgebildet wurde und Gänsehaut macht, wussten alle, dass nun Gaby Albrecht auftreten würde. Den Titel "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" von Zarah Leander hat sie inzwischen ein bisschen zu ihrem gemacht und bezauberte damit ebenso wie mit eigenen Texten.

Apropos eigene Texte: Maxi Arland verriet, dass sein Opa Rolf, der solche Hits wie "Ganz in Weiß" komponiert hat, ihm auch eines für seine neue Platte abgegeben hat. "Es ist wunderschön, auch wenn es kitschig klingt" stimmte er das Lied "Was wär‘ die Liebe ohne rote Rosen" an.

Die Autogrammpause im Anschluss machte es ganz deutlich: Nicht nur, weil sie Musik fürs Gemüt machen, sind die Interpreten beliebt, sondern weil sie den Kontakt zu ihren Fans pflegen.