Ein an einem Abfallbehälter abgestellter Koffer hielt am gestrigen Freitag Knirpse und Mitarbeiter der Tagesstätte Jenny Marx sowie Polizeieinsatzkräfte in Atem. Die Befürchtung, in dem Koffer könnte sich eine Sprengstoff- oder Brandvorrichtung verbergen, bestätigte sich zum Glück nicht. Um 11.30 Uhr gaben Experten aus dem Landeskriminalamt Entwarnung.

Osterburg. Der Hausmeister des Jenny-Marx-Kindergartens entdeckte den von einer gelben Plastetüte umhüllten Koffer gestern Vormittag um 7.50 Uhr an dem zwischen der Tagesstätte und der ehemaligen Anne-Frank-Schule gelegenen Fußgängerweg. Der Hausmeister ging auf Nummer Sicher und tat den Koffer nicht einfach nur als Müll ab. Er benachrichtigte umgehend das Revierkommissariat. Unter dem Verdacht, dass sich im Koffer eine Brand- oder Sprengvorrichtung befinden könnte, informierte die Polizei die Stadtverwaltung und evakuierte den Kindergarten – die 65 Knirpse und ihre 13 Betreuer sowie vier technische Kräfte wurden im Saal des Osterburger Verwaltungsgebäudes untergebracht. Zudem wurden der gegenüber vom Revierkommissariat liegende Parkplatz geräumt, das Gelände abgesperrt und Experten aus dem Landeskriminalamt in Magdeburg angefordert. Verstärkung erhielt die Osterburger Polizei auch aus der Kreisstadt.

Um 10.57 Uhr trafen die Spezialisten aus dem Landeskriminalamt am Fundort ein. Die Experten röntgten den Koffer. Nach Auswertung der Röntgenbilder wurde der Behälter um 11.30 Uhr mit einer Wasserkanone aufgeschossen. Ein lauter Knall machte deutlich, dass die Kanone ihr Werk getan und den Koffer geöffnet hatte.

Nach einer Begutachtung des Inhaltes gaben die Spezialisten dann Entwarnung. Denn im Koffer befand sich kein Sprengstoff, sein Inhalt bestand vielmehr aus Schrott wie Armbanduhren, alten Batterien und Trafos, teilte Fred Mücke, Polizeipressesprecher, mit. Unklar blieb allerdings, ob sich der Eigentümer mit dem Abstellen seines Koffers am Kindergarten einen üblen Scherz erlaubt hat. Oder ob er nur alten Müll illegal entsorgen wollte.

Um 11.40 Uhr beendete die Polizei den Einsatz. Die Knirpse und ihre Betreuerinnen konnten daraufhin wieder in den Jenny-Marx-Kindergarten zurückkehren.