Osterburg könnte zum Ausrichter der Landesgartenschau 2018 avancieren. Für die Prüfung einer entsprechenden Bewerbung macht sich der Stadtratsvorsitzende Nico Schulz (CDU) stark. "Dass Osterburg in der Lage ist, große Ereignisse zu meistern, haben wir ja mit dem Sachsen-Anhalt-Tag 2007 bewiesen", ist Schulz überzeugt.

Osterburg. In dieser Woche stimmte die Magdeburger Landesregierung dem Vorschlag des Landwirtschafts- und Umweltministeriums zu, den Termin der ursprünglich für 2020 geplanten Landesgartenschau um zwei Jahre und damit auf 2018 vorzuverlegen. Grund dafür ist, dass die Bundesgartenschau 2015 in brandenburgischen Kommunen, aber auch im sachsen-anhaltinischen Havelberg ausrichtet wird und die nächste eigene Landesgartenschau deshalb erst in zehn Jahren ausgetragen würde. Für das Großereignis, das 2010 in Aschersleben zu einem großen Erfolg avanciert sei und dort mehr als 550000 Besucher gezählt habe, legte die Landesregierung deshalb das Jahr 2018 als Veranstaltungstermin fest und änderte den Austragungsmodus: Landesgartenschauen sollen künftig alle vier Jahre stattfinden.

Zeitz, Wernigerode und Aschersleben waren die bisherigen Gastgeber der Landesgartenschau. Geht es nach den Vorstellungen des Osterburger Stadtratsvorsitzenden Nico Schulz (CDU), könnte die Biesestadt zum Austragungsort der vierten Landesgartenschau avancieren. "Ich werde dem Stadtrat vorschlagen, die Verwaltung zu beauftragen, die Voraussetzung für eine Bewerbung zu überprüfen und für diesen Fall ein Konzept zu erarbeiten", teilte Schulz gestern mit. Landesgartenschauen seien in Sachsen-Anhalt bislang immer in Stadtgebieten durchgeführt worden. Ziel sei dabei auch die Revitalisierung brachliegender Stadtgebiete gewesen. "Für Osterburg könnte dagegen eine neue konzeptionelle Grundlage ausschlaggebend sein. Neben dem Stadtgebiet befinden sich mit Calberwisch, Krumke und Krevese drei Gutshäuser mit dazugehörigen Parkanlagen in der unmittelbaren Nähe. Ähnlich wie die Bundesgartenschau 2015 mit den Städten Brandenburg, Rathenow und Havelberg in die Fläche geht, könnte dies auch mit einer Landesgartenschau funktionieren. Und dass Osterburg in der Lage ist, große Ereignisse zu meistern, haben wir ja mit dem Sachsen-Anhalt-Tag 2007 bewiesen", sagte Schulz.

Bürgermeister Hartmuth Raden reagierte gestern verhalten auf den Vorstoß des Stadtratsvorsitzenden. "Das ist eine interessante Idee. Aber man muss natürlich an die Finanzierbarkeit denken", sagte er. Raden verwies darauf, dass Aschersleben 40 Millionen Euro in die Landesgartenschau investiert habe und dass das Landwirtschaftsministerium auch eher solvente Kommunen als Gastgeber für die Schau im Auge habe. "Und wir arbeiten ja mit Blick auf 2018 erst darauf hin, wieder einen ausgeglichenen Haushalt zu haben." Es müsse also geprüft werden, ob eine Bewerbung Sinn mache, so Raden.

Ausreichend Zeit steht der Stadt dafür zur Verfügung. Laut Landwirtschaftsministerium läuft die Bewerbungsfrist bis zum 31. Dezember 2011.