Einen straffen Fahrplan kündigte am Montagabend der Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Wische, Karsten Reinhardt, für die Ratssitzung an. Im Dorfgemeinschaftshaus Neukirchen stellte er unter anderem einen Entwurf für das künftige Wappen der Gemeinde vor.

Neukirchen. Bevor Karsten Reinhardt auf das Wappen zu sprechen kam, schlug er ein anderes Thema an und begründete die steigende Pro-Kopf-Pauschale von 5,14 Euro zur Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung: "Es ist ganz einfach, die Fläche bleibt gleich, aber wir verlieren jährlich rund 200 Einwohner im Einzugsgebiet des Unterhaltungsverbandes Seege-Aland, also praktisch ein ganzes Dorf. Das kann nicht ohne Folgen bleiben." Nächster Tagesordnungspunkt war der Beschluss über das Wappen der Gemeinde. Es soll im Spätsommer in Lichterfelde der Öffentlichkeit präsentiert werden. Am Montag sahen sich die Gemeinderatsmitglieder vorerst dem Wappen auf einem Stück Papier gegenüber, das Spaten und vier Ähren als Symbol für die vier Ortsteile zeigt.

Ein weiterer Beschluss betraf die Bildung des Wahlbezirkes sowie die Berufung des Wahlvorstandes und seiner Vertreter zur Landtagswahl am 20. März. Zwar habe es kurz die Überlegung für ein großes Wahllokal für die vier Ortsteile gegeben, aber Reinhardt befürwortet vier Wahllokale wie gehabt. "Die Mannschaften, die bislang verantwortlich waren, haben es gut gemacht. Darum ist mein Vorschlag, in den Lokalen in Falkenberg, Lichterfelde, Neukirchen und Wendemark die bewährten Wahlvorstände einzuberufen", erklärte Reinhardt weiter. Was die aktuelle Haushaltsführung angeht, hatte der Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Wische weniger gute Nachrichten zu vermelden: "Was wir 2010 begonnen haben, können wir zu Ende bringen. Wir haben allerdings keine Möglichkeit, irgend etwas auszugeben, was wir nicht haben." Die Fenster im Feuerwehrgerätehaus Lichterfelde stünden ganz oben auf der Liste. Zudem soll der Durchlass der Straße in Falkenberg noch einmal in Angriff genommen werden. Die Arbeiten an der Biesebrücke in Falkenberg erklärte Reinhardt für abgeschlossen. Große Sorgen bereitet ihm das Personalentwicklungskonzept: "Ich sehe schwarz für die Zukunft und für ABM-Kräfte. Denn wenn wir in der Konsolidierung stecken, können wir kaum Personalkosten durchsetzen. Mir wurde jetzt schon gesagt, dass wir 26 Prozent zu viel für Personalkosten ausgeben." Darüber hinaus solle sich die Gemeinde bei den Steuern an Höchst- und nicht an Durchschnittssätzen orientieren. "Dafür werden wir bei Hochwasser mit Brücken und Straßen allein gelassen. Die Jungs am Aland haben eindeutig den Schwarzen Peter gezogen", merkte der Bürgermeister an. Dass vor allem Verlass auf die eigenen Leute ist, war bei dem jüngsten Hochwasser zu sehen. Dafür gebühre den beteiligten Helfern großer Dank. Die aufgebrachten Leute könne er gut verstehen. "Ich glaube, dass da noch viel passieren wird, wir wissen nur nicht, wann." Gemeinderatsmitglied Wilfried Hotowitz ergänzte zu diesem Punkt. "Man muss kontinuierlich arbeiten – keiner ist verantwortlich – deswegen saufen wir ab." Lob gab es vom Gemeinderat für die Helfer aus den eigenen Reihen. Auch der Winterdienst habe nach Anlaufschwierigkeiten geschafft, in den geschlossenen Ortschaften Schnee zu beräumen.