Osterburg. Es regt sich was in einigen Parzellen des Kleingärtnervereins "Zur Erholung" – und nicht nur da. Wenn auch der Boden auf den Wegen wegen der Nässe noch federt, sind jetzt, da der Winter eine Pause einlegt hat, hier und dort vom Frühjahrsfieber gepackte Gartenfreunde bereits mit ersten Arbeiten beschäftigt.

Bäume, Sträucher und Hecken werden ausgelichtet, Reisig sowie trockene Stängel und Stiele von Stauden zusammengetragen. Was sich nicht häckseln lässt, soll verbrannt werden. Größere Äste, Koniferen, die in den Gärten nichts zu suchen haben, oder Totholz sind für das Osterfeuer bestimmt. Die Volksstimme ist zur Stippvisite vor Ort, und Vereinschefin Sigrid Fischer inspiziert ihren Garten in der Anlage "Abendfrieden". "Hier wird in den nächsten Tagen mit den Hinterlassenschaften des Winters ordentlich aufgeräumt", legt sie für sich fest. Ein scheeler Blick trifft die frischen Maulwurfshaufen; der kleine Untertage-Arbeiter zeigt sich äußerst fleißig.

Probleme mit dem Grundwasser, wie vielleicht in anderen Vereinen, sieht sie nicht. "In der Anlage ,Abendfrieden’ hatten wir bis 2007 in den Frühjahren immer Ärger mit dem Wasser; es gab Rückstau in unsere Gärten, weil die Gräben außerhalb nicht geräumt waren. Da beschlossen die meisten Gartenfreunde, in Eigenleistung eine Dränage zu legen. Die haben seitdem ihre Gärten relativ trocken. Die Uneinsichtigen beziehungsweise deren Nachfolger müssen nun sehen, wie sie klar kommen. Aber durch den Wind und die Sonnentage ist nun auch hier das Wasser verschwunden. In der Anlage ,Am Bültgraben’, wo fast alle eigene Brunnen haben, gibt es das Wasserproblem kaum."

"Aber beim Dränieren wurden die Schächte mit den Wasseruhren außer Acht gelassen", bemängelt Christa Alpert. Die 72-Jährige, die eine 400 Quadratmeter große Parzelle – einen echten Vorzeigegarten – bewirtschaftet und sich seit 2006 um das Ablesen der Zählerstände in der Wasser- und Stromgemeinschaft kümmert, hebt an einem dieser Schächte die Abdeckung hoch: Das Wasser steht etwa 30 Zentimeter über der Wasseruhr. Was die ehrenamtliche Arbeit betrifft, hält sie mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg: "Wir müssten mehr Gartenfreunde haben, die aktiver sind. Es geht nicht nur darum festzustellen, dass es irgendwo hakt, sondern über seinen eigenen Zaun hinaus etwas dagegen zu tun."

Christa Alpert ist gerade mit dem Winterschnitt ihrer Obstbäume und Beerensträucher beschäftigt. Was der Häcksler nicht nimmt, soll dem Feuer überantwortet werden. Wenn es etwas wärmer wird, will sie den Boden in ihrem kleinen Gewächshaus für Gurken und Tomaten vorbereiten. "Es juckt in den Händen", sagt sie. Es geht ihr wohl wie den Tulpen, die ihre grünen Blätter aus der Erde schieben.

Konrad Oefler vom Vorstand ist an diesem Tag mit dem Fahrrad in beiden Anlagen unterwegs und heftet die Mitteilung an die Anschlagtafeln, dass noch bis zum 15. März mittwochs und sonnabends nicht kompostierbare Gartenabfälle verbrannt werden dürfen. Anschließend ist er in einem seiner beiden Gärten "Am Bültgraben" anzutreffen. Unterwegs eine Begegnung mir Peter Kobelt. Er hat den Hecken- und Baumschnitt hinter sich. Sigrid Fischers Bitte, die aus der Fasson gewachsenen Hecke an der Straßenseite der Anlage wieder in Form zu bringen, beantwortet er positiv: "Dazu bedarf es aber eines langen Kabels, und es müssten noch einige Gartenfreunde mitmachen."

Konrad Oefler zeigt ein Beet, auf dem es in Reihen grünt: Wintererbsen. "Ich hatte sie versuchsweise im September ausgelegt. Nun sprießen sie schon. Mal sehen, was daraus wird." Das denkt auch Bernd Naumoff, der Nachbar gegenüber, der eine Reihe Winterzwiebeln, vorweisen kann, deren Lauch das nahende Frühjahr ahnen lässt. Wie dem auch sei: Nach und nach dürften sich immer mehr Gartenfreunde, die sich jetzt noch abwartend verhalten, vom gesunden Gartenfieber infizieren lassen.