Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Krüden-Vielbaum trafen sich am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung. Wehrleiter Lutz Mewes zog in seinem Rechenschaftsbericht Bilanz über das zurückliegende Jahr. Anschließend wurden zahlreiche Kameradinnen und Kameraden für ihre langjährige Feuerwehr-Mitgliedschaft geehrt.

Krüden/Vielbaum. "Es ist wieder Zeit, Rechenschaft über das zurückliegende Einsatzjahr abzulegen. Diesmal aber nicht wie gewohnt vor der Gemeinde Krüden, sondern erstmals vor der Verbandsgemeinde Seehausen", so der Wehrleiter einleitend. Es habe im zurückliegenden Jahr – bedingt durch die Gebietsreform – maßgebliche strukturelle Veränderungen gegeben. So bildet die Krüden-Vielbaumer Wehr gemeinsam mit den Brandbekämpfern aus Aulosen, Pollitz, Wahrenberg und Wanzer jetzt einen gemeinsamen Ausrückebereich.

"Bis einschließlich 2010 verfügte die Gemeinde Krüden über einen eigenen Haushalt, der auch die Position Brandschutz enthielt und der in den zurückliegenden Jahren mit circa 10000 Euro ausgestattet war. Jetzt gibt es im Haushalt der Verbandsgemeinde Seehausen eine Haushaltsstelle Brandschutz, aus der alle 34 Feuerwehren der Verbandsgemeinde unterhalten werden." Leider habe die Verbandsgemeinde die bittere Pille schlucken müssen, dass das Land die Feuerschutzsteuer nicht mehr an die Gemeinden verteile und so insgesamt ein Verlust von mehreren zehntausend Euro zu verzeichnen gewesen sei.

Wie Lutz Mewes weiter ausführte, wurde die Feuerwehr Krüden-Vielbaum 2010 zu insgesamt vier Einsätzen gerufen. So zum Beispiel am 22. August, als in Wahrenberg gegen Abend zwei Mieten mit etwa 1000 Heuballen im Vollbrand standen. "Gemeinsam mit den Kameraden aus Wahrenberg und Geestgottberg nahmen wir die Brandbekämpfung auf. Erst gegen 2 Uhr Nacht war der Einsatz für uns beendet." An dem Einsatz waren elf Krüden-Vielbaumer Kameraden beteiligt.

"So wie viele andere Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis Stendal mussten auch wir genau zu Heiligabend ausrücken. Durch Regen am Vortrag und nachfolgend starken Schneefall kam es in den Wäldern zu massivem Schneebruch. Allein auf der Zufahrt nach Gerichsee waren 35 umgeknickte Kiefern und Birken zu beseitigen, um den Zugang zu den Ortsteilen wieder zu ermöglichen." Die beteiligten Kameraden mussten am 24. Dezember in der ganzen Region noch weitere Bäume aus dem Weg räumen – unter anderem an der L2 und im Krüdener Park. Mewes: "Da die Leitstelle zu solchen Einsatzen nur über Pieper informiert, gingen natürlich nicht die Sirenen im Ort. Das zeigt wiederum , wie wichtig es ist, die Funkmeldeempfänger funktionstüchtig bei sich zu tragen. Wir sind in der Lage, fast alle aktiven Kameraden mit Piepern auszurüsten, sodass an einem solchen Tag, an dem ja fast alle zu Hause waren, wesentlich mehr Einsatzkräfte hätten zusammenkommen müssen. Denkt bitte darüber nach. An diesen Geräten führt zur Alarmierung in der Gegenwart und Zukunft kein Weg vorbei", appellierte Mewes an seine Kameradinnen und Kameraden.

Der Wehrleiter ging auch auf die zahlreichen sonstigen Aktivitäten der Feuerwehr Krüden-Vielbaum ein. So hätten auch 2010 wieder Kameraden und Kameradinnen an Aus- und Weiterbildungen teilgenommen. Zur Verbesserung der Kenntnisse und Fähigkeiten hätten auch die Dienstabende und nicht zuletzt die Übungen mit benachbarten Wehren beigetragen. Als Beispiele nannte Mewes eine Eisrettungsübung in Wahrenberg und einen Ausbildungssonnabend in Wanzer. Der Wehrleiter übte in diesem Zusammenhang aber auch Kritik. Zumeist sei es ein harter Kern von Kameradinnen und Kameraden, der sich an den Übungen, Aus- und Weiterbildungen, Dienstabenden und anderen wichtigen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr beteilige. "Viele ruhen sich auf den Schultern von Wenigen aus. Ich appelliere an alle, sich in diesem Jahr wieder mehr in die zu erfüllenden Aufgaben einzubringen."

Weiterhin habe die Feuerwehr Krüden-Vielbaum 2010 die Fertigstellung des Gerätehausumbaus beschäftigt. Von den Kamerden seien zum Beispiel die Wände des alten Gebäudes neu verputzt und der gesamte Innenanstrich realisiert worden. Ende Oktober wurde die Einweihung gefeiert.

Zu den Gästen der Jahreshauptversammlung zählten auch der Bürgermeister der Gemeinde Aland, Hans-Joachim Hildebrandt. Er bedankte sich bei dieser Gelegenheit noch einmal bei allen Kameradinnen und Kameraden sowie allen anderen ehrenamtlichen Helfern für den zurückliegenden Hochwassereinsatz. Das Ereignis habe einmal mehr gezeigt, wie wichtigen die Feuerwehren seien. Der Bürgermeister kündigte zudem an, dass mittelfristig noch weitere Arbeiten für die Gestaltung des Außengeländes des Krüdener Gerätehauses geplant seien und bat die Kameraden um Unterstützung.

Märten würdigte die gute Arbeit der Krüden-Vielbaumer Wehr und bedankte sich persönlich bei Lutz Mewes für dessen Engagement als stellvertretender Verbandsgemeinde- wehrleiter. Einen hervorra- genden Dienst habe die ehemalige Gemeinde Krüden ihrer Feuerwehr damit erwiesen, dass sie noch den Um- und Ausbau des Gerätehauses in die Wege geleitet habe. Über solch gute Bedingungen verfügten längst nicht alle Wehren in der Verbandsgemeinde.

Letzter offizieller Tagesordnungspunkt war die Ehrung verdienstvoller Mitglieder der Feuerwehr. Für ihre zehnjährige Mitgliedschaft wurden Simone Schiffner, Annegret Schwarz, Silvia Jörke, Yvonne Schaarschmidt, Ria Jörke, Monique Kramer und Marie Pokrandt ausgezeichnet. Die sieben Frauen waren im Jahr 2000 geschlossen der Krüden-Vielbaumer Wehr beigetreten. Hans Gerhard Schöneich ist seit 40 Jahren aktiver Feuerwehrkamerad, wofür er eine Urkunde erhielt.

Geehrt wurden außerdem Manfred Blümel und Gerhard Opertani. Beide sind bereits seit 60 Jahren in der Feuerwehr und gehören heute der Alters- und Ehrenabteilung an. Die Jahreshauptversammlung klang mit einem gemütlichen Beisammensein aus.