Ein Zug mit insgesamt fünf Castor-Behältern wird am heutigen Mittwoch auf seinem Weg in das Zwischenlager Nord bei Lubmin vermutlich auch den Osterburger Bahnhof passieren. Dort wollen Mitglieder der Naju-Ortsgruppe Altmark-Osterburg gegen die hochradioaktive Fracht und ihren Transport protestieren.

Osterburg. "Überall an der Strecke von Karlsruhe nach Lubmin sind verschiedene Aktionen angekündigt, die den Transport erschweren sollen. Das hat natürlich nicht den Zweck, diesen Transport aufzuhalten. Sondern auf das große Problem dahinter aufmerksam zu machen. Die Proteste sollen zukünftige Atommülltransporte ausschließen", machten Mitglieder der Osterburger Ortsgruppe der Naturschutzjugend (Naju) gestern in einem Schreiben deutlich. "Die Kritik, welche die Gegner der Castor-Transporte haben, ist die nach wie vor ungelöste Frage der Endlagerung. Dieses Problem ist mit der Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke noch vergrößert worden. Zwischenlager in oberirdischen Lagerhallen wie bei Lubmin und Gorleben sind nur eine Scheinlösung", sind die Naju-Mitglieder überzeugt. Die Jugendlichen aus der Biesestadt hängten am Montag ein Transparent am Bahnhof auf, das den Atommülltransport ankündigt. An einer Linde wurde zudem das Zeichen der Anti-Atombewegung, ein gelbes Kreuz, aufgestellt. In Sachen Transparent machte der Wind den Atom-Protestlern aber einen Strich durch die Rechnung – am gestrigen Dienstag war es weggeweht. Für die heutige Nacht planen die Naju-Mitglieder zudem eine Mahnwache. Mit Kerzen, Plakaten und Info-Material wollen die Jugendlichen mit interessierten Einwohnern über das Thema Atomkraft und erneuerbare Energien sprechen. Da der Zeitpunkt der Zugdurchfahrt durch Osterburg noch nicht feststeht, werden sich die Naju-Mitglieder zwischen 19 und 20 Uhr am Bahnhof bereithalten und danach im Warmen auf Informationen über die Zugdurchfahrt warten. "Wenn der Zug durch Magdeburg gefahren ist, werden wir am Bahnhof mit der Mahnwache Stellung beziehen", kündigten die Atomkraftgegner gestern an.