Osterburg (aar). Dass die Schule ihre Schüler auch auf die Zeit nach dem Abschluss vorbereitet, bewies am Mittwoch eine Informationsveranstaltung im Markgraf-Albrecht-Gymnasium. Lehrerin Mandy Schaffer hatte den "Akademiker-Abend" initiiert und gründlich geplant. "Das Abitur ist die Eintrittskarte ins akademische Berufsleben", stellte Mandy Schaffer fest und fügte hinzu, dass die Orientierung zwischen den vielen Möglichkeiten akademischer Berufe sehr unübersichtlich sei. "Wir als Schule möchten Unterstützung leisten", versicherte sie.

Etwa 20 Schüler, Eltern und Interessiere konnten sich an diesem Abend, der die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe von Informationsabenden war, über akademische Berufe und Laufbahnen informieren. Dazu hatten die selbstständige Apothekerin Ute Romahn und der Hausarzt Dr. Ingo Ungewickell zugesagt, um am eigenen Beispiel die jeweilige Berufsrichtung vorzustellen.

Ute Romahn machte den Anfang. Apotheker, pharmazeutisch-technischer und pharmazeutisch-kaufmännischer Assistent sind die drei Berufsgruppen, die in ihrer Apotheke beschäftigt sind und die sie vorstellte. Letzterer sei ein aussterbender Beruf, der immer öfter nur durch Roboter ausgeführt würde, so Romahn. Generell sei es schwierig, gut ausgebildete pharmazeutisch-technische Assistenten zu finden, weshalb die Apothekerin diesem Beruf gute Zukunftschancen zuschrieb.

Weiterhin gab Ute Romahn Einblicke in den Studiengang des Apothekers, des sogenannten "Pillendrehers". Studienorte, Inhalte, Zugangsbeschränkungen und natürlich das Gehalt eines Apothekers waren Themen, die die anwesenden jungen Leute sehr interessierten.

Dr. Ingo Ungewickell erzählte unterhaltsam und mit viel Witz von seinem Werdegang, an dem er beispielhaft die Tätigkeit eines Mediziners erläuterte. Als Kind wollte er Kfz-Mechaniker werden, so Ungewickell, wurde jedoch durch die Beobachtung einer Fingeramputation während eines Krankenhausaufenthaltes auf Grund einer Sportverletzung umgestimmt und wollte von diesem Punkt an eindeutig Mediziner werden.

Ungewickell hatte sein Studium 1996 abgeschlossen. Er empfahl den eventuell künftigen Studenten Anwesenheit in den Vorlesungen und ein gutes Verhältnis zu ihren Professoren. Der Hausarzt erzählte von den großen Differenzen zwischen Theorie und Praxis sowie den Vorteilen eines Arztes in einer ländlichen Region wie der Altmark. Hier erfahre man eine Hochachtung, so Ungewickell, die mit Geld nicht aufzuwiegen sei. Man nehme als Hausarzt auch am Privatleben der Menschen teil und habe eine große Nähe zu Patienten. Dazu seien natürlich auch großes Engagement und eine hohe Belastbarkeit Voraussetzung.

Doch nicht nur die schönen Seiten seines Berufs schilderte der Arzt. Die Schwierigkeiten einer gerechten Verteilung des Geldes im medizinischen System und die Vernachlässigung der Menschlichkeit im Gesundheitssystem kritisierte der Mediziner offen.

Der informationsreiche "Akademiker-Abend" soll nicht der letzte gewesen sein. Mandy Schaffer kündigte den nächsten "Akademiker-Abend" für den 2. März ab 19 Uhr im Markgraf-Albrecht-Gymnasium an.