Werben. Werden schon bald in der Nähe des Werbener Buhnenhakens Ski-Fahrer ihre Bahnen auf der Elbe ziehen? Michael Schnelle jedenfalls stellte während der Stadtratssitzung am Dienstagabend den Antrag, eine Wasserski-Strecke zu errichten. Der Rat befürwortete das Vorhaben. Er machte aber klar, dass für die Genehmigungen andere Gremien verantwortlich zeichnen müssten. "Ich möchte das Freizeitangebot erweitern, vor allem für die Jugend", begründete Schnelle seinen Vorstoß. Zudem versprach der Werbener, der selbst Stadtratsmitglied ist, bei den Abstimmungen zur Thematik aber Mitwirkungsverbot hatte, er werde die Kosten übernehmen.

Die würden unter anderem für das Aufstellen von Verkehrsschildern, die den Schiffsverkehr auf die Wasserski-Strecke hinweisen, und den Bau einer Slipanlage anfallen. An solch einer Slipanlage werden Boote zu Wasser gelassen. Für sie plädierte Schnelle nicht nur wegen der erhofften rasanten Wasserfahrten auf dem Brett. "Es gibt viele Leute mit einem Boot, die es aber nicht zu Wasser lassen können, wenn der Wasserstand zu hoch oder zu niedrig ist." Die Slipanlage könne er ohne viel Aufwand errichten. Dazu bedürfe es lediglich, die spitzen Steine am Buhnenhaken auf einer Breite von rund drei Metern mit Beton zu überziehen.

Schnelles Ratskollegen standen seiner Wasserski-Idee und der Slipanlage aufgeschlossen gegenüber. Allerdings seien noch eine Reihe von Fragen zu klären. "Was für Auflagen sind an die Errichtung einer Wasserski-Strecke geknüpft?", fragte beispielsweise Michael Nix. Wolfgang Trösken wollte wissen, wer die Anlage in Ordnung halten werde. Eine Betriebssportgemeinschaft, entgegnete Schnelle, die in Ansätzen existiert, aber noch offiziell gegründet werden müsste und der sich jedermann anschließen könne. In diesem Zusammenhang sagte er, Slipanlage und Wasserski-Strecke stünden der Öffentlichkeit offen.

"Wir sind nicht die Behörde, die die Anlage zu genehmigen hat. Wir können das Vorhaben nur befürworten oder nicht befürworten", meinte Frank Ullrich. Und der Rat befürwortete Slipanlage und Wasserski ohne Gegenstimme.

Zu den Genehmigungsbehörden würde bei einem Antrag das Wasserschifffahrtsamt gehören. "Wir würden aus verkehrsrechtlicher Sicht prüfen", erklärte Hubert Finke, Außenbezirksleiter in Wittenberge. Zudem müssten die untere Naturschutzbehörde und die Biosphärenreservatsverwaltung ihre Zustimmung geben. "Die Mehrfachnutzung der Elbe wäre schön und gut. Es muss natürlich zusammenpassen", sagte Finke.

Durchaus möglich also, dass schon bald in der Nähe des Werbener Buhnenhakens Ski-Fahrer ihre Bahnen auf der Elbe ziehen.