Fünf Minuten nach 9Uhr heulte gestern früh in Seehausen die Sirene. Brand in der Kindertagesstätte Lindenpark! Allerdings probten die Feuerwehren dort nur für den Ernstfall. Schaden nahm bei diesem Einsatz niemand.

Seehausen. Es war die Leiterin der Kindertagesstätte, Birgit Geiseler, die angeregt hatte, einmal die Probe aufs Exempel zu machen, um für solche Eventualitäten gewappnet zu sein. Sinn und Zweck der Übung war für die Kameraden selbst das Prüfen der tatsächlichen Stärke und Einsatzbereitschaft der Feuerwehren mitten in der Woche. Zugführer Denny Rieger, Wehrleiter Enrico Schmidt sowie dessen Stellvertreter Ralf Näbsch von der Feuerwehr Seehausen hatten die Leitung des Einsatzes übernommen.

Die 74 Kinder wurden sofort ins IB Jugendfreizeitzentrum evakuiert, ebenso die Erzieher. Gegen 11 Uhr kehrten sie in die Einrichtung zurück.

52 Einsatzkräfte von sechs Wehren traten an. Die Einsatzleitung übernahm zunächst der diensthabende Zugführer Kurt Wohlfahrt, dann rückte der Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten an seine Stelle. Die Feuerwehr Seehausen stand mit einem ganzen Löschzug parat, Schönberg und Geestgottberg stellten je zwei, Beuster und Losenrade je ein Fahrzeug. Aufgrund der mangelnden Atemschutzgeräteträger – bis dahin wiesen die Brandbekämpfer 14 auf – alarmierte der Einsatzleiter die Feuerwehr Krüden-Vielbaum, die mit neun Mann ausrückte und einen Atemschutzgeräteträger beisteuerte.

Angenommen wurde der Brand in einem Zimmer im oberen Bereich und im Fahrstuhlschacht. An erster Stelle der Aufgaben stand die Menschenrettung. Nach der Evakuierung wurde zusätzlich mit Puppen und Statisten aus der Jugendfeuerwehr die Bergung von neun Verletzten mit Rauchgasvergiftung geprobt. Im Anschluss ging es an die Brandbekämpfung. Übungsleiter Enrico Schmidt: "Ich bin mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden. Das Zusammenwirken der Wehren hat wunderbar funktioniert." Das bestätigte auch der Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten, bevor er die Übung für beendet erklärte.