Vor allem Sonderausstellungen bringen immer wieder Bewegung in die Hallen des Osterburger Kreismuseums. Mitunter erfahren aber auch die ständigen Expositionen eine Veränderung. So wie jetzt auch die über die regionale Landwirtschaft.

Osterburg. Die Idee, am Konzept zur bäuerlichen Vergangenheitsdarstellung - bislang eher eine Sammlung alter Acker- und Handwerksgeräte - etwas zu ändern, gibt es schon länger. Seit einigen Wochen machen die Verantwortlichen um den Leiter der Museen des Landkreises Stendal, Frank Hoche, an der Breiten Straße 46 Nägel mit Köpfen.

Mit der Erweiterung der Ausstellungsfläche wurde inzwischen ein wichtiger Grundstein gelegt. Den letzten ungenutzten Raum des Hauses ins öffentliche Geschehen einzubinden, ist ein langgehegter Wunsch Hoches, der sich in diesem Zusammenhang für die gute Zusammenarbeit mit Kerstin Rauch und Gudrun Stannull vom Regiebetrieb des Landkreises bedankt.

Der Rohbau des Raumes ist unter anderem mit der Sanierung der Dielung und neuem Putz abgeschlossen. Jetzt gilt es, die dazugewonnenen 20 Quadratmeter mit Leben zu erfüllen. Weil aber die komplette Landwirtschaftsabteilung überarbeitet wird, können sich die Besucher der Einrichtung demnächst sogar über rund 80 Quadratmeter neu gestaltete Ausstellungsfläche freuen.

Hilfe bekommt Hoche in Form geballter Fachkraft von einem Dutzend Leuten, die die Landwirtschaft in der Altmark nach 1945 bestens kennen oder sogar maßgeblich mitgestaltet haben, deren Erkenntnisse im Buch "Land- und forstwirtschaftliches Wissen des Landkreises Osterburg von 1816 bis 1994" niedergeschrieben sind und die nun im Osterburger Museum helfen, die Lücke bis in die Neuzeit zu schließen.

"Die ältere Generation gibt ihr Wissen an die jüngere weiter", umschreibt der Museumsleiter das Projekt und freut sich nicht zuletzt auch über die Hilfe frei Haus. Frei Haus deshalb, weil sich die studierten Landwirte und Doktoren, die zum Großteil dem Verein "Förderung der Agrarstruktur im Kreis Osterburg" angehören, ehrenamtlich engagieren und damit auch den knappen Etat der Kreismuseen schonen.

Das Rad sollen die Autoren deshalb nicht neu erfinden. Für den Schriftteil der Ausstellung müssen sie praktisch "nur" auf ihre Beträge aus dem besagten Buch zurückgreifen und noch etwas aktualisieren. "Eine der größten Herausforderung dürfte sein, die eigenen Beiträge auf den Platz einer Ausstellungstafel zu kürzen", umschreibt Hoche den Spagat zwischen dem umfangreichen Fachwissen der Autoren sowie dem Zeit- und Aufmerksamkeitsbudget künftiger Museumsbesucher.

Mit der Ausstellung allein ist es nicht getan. Einige der Autoren und der Vereinsmitglieder um Reinhard Seelig stellen sich auch für Ausstellungsführungen zur Verfügung oder bereiten sich bei Bedarf auf eine Themenveranstaltung vor. "Die Landwirtschaft", so Seelig, "ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien." Da dürften die Themen eigentlich nicht ausgehen.

Mit der Eröffnung der neuen Landwirtschaftsausstellung wollen sich Frank Hoche und seine Helfer nicht drängen lassen. Wahrscheinlich wird es kurz nach Ostern, also in reichlich acht Wochen, einen offiziellen Termin geben.