Schon seit längerer Zeit steht die Sanierung der Grundschule Seehausen auf dem Merkzettel der Verbandsgemeinde Seehausen. Nun, kurz bevor die Bauarbeiten beginnen sollen, besichtigte der Sozialausschuss des Verbandsgemeinderates am Dienstag die Grundschule, die vom 11. April an umgebaut werden soll.

Von Hannes Harthun

Seehausen. Bauamtsleiter Guido Mertens erklärte, dass der Bewilligungsbescheid über Fördergelder in Höhe von circa zwei Millionen Euro Ende 2010 angekommen sei und deshalb die Bauarbeiten so schnell wie möglich beginnen sollten. Die Baugenehmigung wurde erteilt, derzeit laufen die Ausschreibungen, teilte Mertens den Ausschussmitgliedern mit. In dem Gebäude seien schon vor Erteilung des Fördermittelbescheids einige Räume entkernt worden.

Der ersten Bauabschnitt umfasst drei Flure. Die ersten beiden sind mit jeweils vier Klassenräumen bestückt und werden zu drei Unterrichtsräume umgestaltet. Weiterhin werden auf jedem Gang Toiletten für die derzeit 192 Schüler installiert. Der Essenraum wird zur Aula beziehungsweise zum Mehrzweckraum umgebaut. Anbei soll sich eine Caféteria befinden.

Dass es höchste Zeit zum Handeln ist, wurde den Sozialausschussmitgliedern bewusst, als sie den morbiden Charme des 80er Jahre Essenraums zu fühlen bekamen. Gekachelte Wände, Steinfliesen, Stahltische und der typische Geruch einer Schulessenausgabe erinnerten den einen oder anderen Besucher an seine eigene Schulzeit.

Ausweichunterricht in der Sekundarschule

Bis zur geplanten Fertigstellung in den Winterferien 2012 findet der Unterricht in den ehemaligen Räumen der Sekundarschule statt. Dies seien jedoch keine optimalen Bedingungen, wie der Schuldirektor Reinhard Rieger ausführte. "Die Räume sind viel zu klein. Hier kann man keine Arbeitsgruppen bilden", sagte der Schulleiter bei der Besichtigung der jetzigen Unterrichtsräume.

Im Rahmen der Maßnahme soll übrigens auch das unrentable Heizhaus mit der Öl-Heizung aus den 70er Jahren abgerissen und durch eine neue Gas- oder Holzschnitzelheizung ersetzt werden.

Der Schulhort war die nächste Station der Besucher. 82 Kinder werden von vier Erzieherinnen im Früh- und Späthort betreut. Größtenteils läuft der Betrieb gut, allerdings gibt es auch einige Probleme. So sei seit geraumer Zeit kein warmes Wasser erhältlich, und eine Überprüfung der Elektrik sei auch vonnöten, sagte die Hortleiterin Silke Jalip. Verbandsgemeindebürgermeister Reinhard Schwarz zeigte sich überrascht vom Warmwasserproblem der Einrichtung und sagte, dass ihm dieser Sachverhalt "erst jetzt wirklich bewusst werde".

In der anschließenden Sozialausschusssitzung im Rathaus reflektierte der Vorsitzende des Fachausschusses, Gert Reckling, die Besichtigung: "Es war höchste Zeit, diese Orte kennenzulernen." Auch im Hinblick auf die baldige Sanierung sei es wichtig, nun einen Eindruck zu haben, den man dann mit den Ergebnissen der Baumaßnahme vergleichen könne.

Touristisches Netzwerk mit Nachbarn pflegen

Verbandsgemeindebürgermeister Reinhard Schwarz regte nach der Diskussion über Grundschule und Hort zum Thema Tourismus und Kultur eine Vernetzung der verschiedenen Bereiche an. Um gute Informationsmöglichkeiten für die Gäste der Alandstadt und des weiteren Umlandes zu bieten, sei es nötig, sich mit den Nachbarn auszutauschen. Zu diesem Zweck hatte sich Schwarz bereits mit dem Wittenberger Bürgermeister getroffen, um das gegenseitige Werben für Veranstaltungen des anderen Bereiches zu sichern. Der Verbandsgemeindebürgermeister regte an, dieses Konzept weiterzuführen.

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