Seehausen. Kaum ist Karl-Heinz Daehre gestern aus dem Auto gestiegen, belagern ihn Demonstranten. A-14-Befürworter und -Gegner reden auf den Minister für Landesentwicklung und Verkehr, ein.

"Wir fordern, dass man sich unsere Einwendungen anhört", sagt Susanne Bohlander, Sprecherin der "Bürgerinitiative Bündnis B189/B5 statt A14". "1000 Einwendungen wurden geschrieben und kaum eine beantwortet!" Auch Dagmar Schulze, Annett Hirche und Anke Neiß fordeten den Minister zu einer Stellungnahme auf. "Wenn die A14 im geplanten Verlauf gebaut wird, sind unsere Grundstücke von Bundesstraße und Autobahn eingekesselt", sagt Hirche.

Daehre war eigentlich von dem Landtagsabgeordneten Nico Schulz zu einem geschlossenen Arbeitsgespräch nach Seehausen geladen worden, um Probleme mit der A14 zu besprechen. Wegen der Demonstranten entschloss sich Minister Daehre, persönlich Betroffene anzuhören.

"Ich spreche gern mit den Menschen, die nicht grundsätzlich gegen die Autobahn sind oder beruflich protestieren", so Daehre. Damit distanzierte er sich von Susanne Bohlander, die im Auftrag des BUND handele und schon bei mehreren Demonstrationen zugegen gewesen sei.

Schulze, Hirche und Neiß hingegen hatten die Gelegenheit, dem Minister ihre Probleme darzulegen. Auf einer Karte zeigten sie, wie nah die Bundesstraße und die geplante Autobahn an ihren Grundstücken vorbeiführt. "Unsere Grundstücke verlieren an Wert und sind schon jetzt unverkäuflich", klagt Hirche.

Daehre nimmt ihre Sorgen ernst und versicherte, dass er sich der Probleme annehmen werde. "Wir sind in einer Phase, in der persönliche Belange berücksichtigt werden können. Ich möchte verhindern, dass bald nur noch die Gerichte entscheiden", so Daehre.

Antje Spillner, Vorsitzende des Verbandsgemeindebauausschusses, macht klar, dass es nicht nur um die zeitnahe Lösung der Probleme gehe. "Die Leute ärgert der Verfahrensweg, dass sie keine Antwort auf Einwände bekommen haben. Die Menschen müssen doch angehört werden."

Daehre kündigte weitere Gespräche an, machte aber auch deutlich, dass die Autobahn definitiv gebaut würde. "Es gibt keine Alternative zur Autobahn A14", so der Minister.