#NULL#Umfangreich ist die Investitionsliste des Idener Rates für dieses Jahr. Allein 13 Straßenbaumaßnahmen umfasst der Entwurf des Haushaltsplanes, den das Gremium am Donnerstagabend beriet. Allerdings ist ihre Umsetzung ohne Gewähr.

Iden. Vom Ausbau der Ortsanbindung Kannenberg an die Landstraße über den Abriss der ehemaligen Idener Sekundarschule bis zur Anschaffung von Kommunaltechnik reichen die Planungen der Gemeinde Iden, die sich im Etatentwurf 2011 wiederfinden. "Es wurde versucht, alle investiven Maßnahmen darin aufzunehmen, die bei der jüngsten Haushaltsberatung genannt worden waren", erläuterte Bürgermeister Norbert Kuhlmann während der ersten Lesung des Zahlenwerkes.

Er schränkte aber auch gleich ein: "Alles umzusetzen, wird nicht möglich sein." Dabei verwies das Gemeindeoberhaupt auf die Fördermittelgelder für die Dorferneuerung und den ländlichen Wegebau, mit denen beispielsweise zwölf der 13 Straßenbauvorhaben untersetzt sind. Dass alle Fördermittelbegehren der Idener positiv beschieden werden, ist unwahrscheinlich.

Neue Technik auch zum Schneeräumen

Die Eigenfinanzierung indes wäre gesichert, verfügt die Kommune doch über einen "gesunden Haushalt", wie Kämmerin Anne-Dore Flügel attestierte. Immerhin hat sie 897000 Euro im Sparstrumpf, sprich: in der Rücklage. Mit der Investitionspauschale (43000 Euro) und einer Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt (63200 Euro) wird Iden gar zum Millionär.

Angesichts dieser Entwicklung sprach sich Kuhlmann dafür aus, zusätzlich zu den bisherigen Planungen im 2011er Etat 40000 Euro für die Anschaffung von Kommunaltechnik zu verankern. Sie sollte auch zum Schneeräumen geeignet sein, machte er klar. Der Winterdienst, der derzeit für die Gemeinde zuständig ist, wurde in den zurückliegenden Wochen häufig kritisiert und habe laut Kuhlmann "Geld verbrannt". Zustimmung im Rat.

Das Gros der Investitionsmittel ist aber für Straßenprojekte vorgesehen. Deren Gesamtkosten belaufen sich auf 1,35 Millionen Euro. Deutlich mehr als die Hälfte davon, nämlich 774000 Euro sind als Fördergelder ausgewiesen. Einzig für Parkplätze in der Idener Lindenstraße - die geschätzten Kosten belaufen sich auf 10000 Euro - sind keine Fördermittel eingestellt.

Zu den kostenträchtigsten Vorhaben zählen der Ausbau vom Pflaumenweg (275000 Euro) und vom Langen Weg (260000 Euro) in Iden sowie von der Ortsanbindung Kannenberg (217700 Euro). Doch die Idener wollen nicht nur bauen. Fließen Fördergelder, liebäugeln sie mit dem Abriss von Wohnblöcken in der Idener Feldbreite und in Büttnershof sowie der ehemaligen Sekundarschule in Iden.

Balkons für Wohnungen am Schmiedeweg

"Wir wollen auch etwas für unsere Mieter machen", wies Kuhlmann auf ein Modernisierungsvorhaben hin: Wohnungen im Schmiedeweg sollen Balkons erhalten. 25000 Euro hält die Kommune dafür bereit, wenn die gleiche Summe aus der Dorferneuerung fließt.

Doch ob Iden mit den erhofften Fördermitteln rechnen kann, ist nicht nur bei den Balkonplanungen ungewiss. So ist der Investitionsplan im Etat, der dem Rat auf seiner nächsten Tagung zum Beschluss vorliegt, ohne Gewähr.