Zum zweiten Mal trafen sich am Sonnabend hartgesottene Männer und Frauen aus der Altmark und Prignitz am Pollitzer Ziegelbrack zum Eisbaden. Das Spektakel lockte zahlreiche Zuschauer an und entwickelte sich zu einem kleinen Volksfest.

Pollitz. Schon die erste Auflage des Winterbadens am Ziegelbrack im vergangenen Jahr lockte viele Neugierige an. Diesmal kamen noch mehr, um den Akteuren bei ihrem ausgefallenen Hobby zuzuschauen, was wohl auch an dem herrlichen, ruhigen Winterwetter lag. "Beste Bedingungen zum Eisbaden - trockene Kälte, Sonnenschein und relative Windstille", freute sich Hans-Joachim Hildebrandt, Bürgermeister der Gemeinde Aland, der selbst mit zu den Aktiven gehörte.

Wohl über 70 Männer, Frauen und Kinder hatten sich am frühen Nachmittag an der Anglerhütte am Ziegelbrack eingefunden. Dort duftete es nach Glühwein und Grillwurst. Mitglieder des neu gegründeten Förder- und Heimatvereins Pollitz sorgten dafür, dass es den Zuschauern und Winterbadern an nichts mangelte. Der Verein hatte auch die Badestelle vorbereitet. Nahe der Anglerhütte war das mehrere Zentimeter dicke Eis des Ziegelbracks aufgeschnitten, aufgehackt und sorgsam entfernt worden. So war eine etwa zehn mal zehn Meter große, eisfreie Badestelle entstanden. Auch der Angelverein Pollitz und Umgebung brachte sich in die Organisation mit ein. Peter Stepanek sorgte mit flotter Musik von der Konserve für die Unterhaltung.

Gegen 14.30 Uhr war es dann soweit. Rund 15 Eisbader begaben sich einzeln oder gruppenweise ins eisige Nass. Mit dabei wieder die "Saunis" aus Arendsee, die Cumlosener "Brackratten" und die "Aländer" aus Seehausen. Letztere sind gegenwärtig allerdings nur ein Duo, bestehend aus Rüdiger Marbs und Thomas Wolf.

Während die meisten Besucher schon beim Zuschauen ins Frieren gerieten, gaben sich die Winterbader scheinbar mit großem Vergnügen ihrem Hobby hin, stiegen langsam ins eisige Wasser, schwammen einige Züge und kamen - zumeist mit rosaroter Haut - wieder heraus. Für allgemeine Heiterkeit sorgten die "Saunis". Sie kamen allesamt kostümiert aus dem Bauwagen- und begaben sich so ins Wasser. Unter ihnen auch der als Clown verkleidete Bürgermeister Hildebrandt.

Nachdem sich die Winterbader nach der ausgiebigen Abkühlung wieder in ihre warmen Kleider begeben hatten, gab es für alle gebackenes Schwein zur Stärkung. Auch dafür hatte der Förder- und Heimatverein Pollitz gesorgt.

Der Verein kümmert sich um alle kulturellen Belange in den Orten Pollitz und Scharpenhufe. Im November 2010 fand die Gründungsversammlung statt. "Seit Februar ist unserer 25 Mitglieder starker Verein offiziell eingetragen. Unser Hauptziel ist es, die traditionellen Veranstaltungen im Dorf weiterzuführen", erklärt der Vereinsvorsitzende Norman Schulz. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 18. März im "Haus der Begegnung" in Pollitz statt. Beginn ist um 19 Uhr. Alle Interessenten sind eingeladen. "Unser Verein kann noch weitere Mitglieder gebrauchen, die sich mit Engagement und guten Ideen für die Kultur in Pollitz und Scharpenhufe einsetzen möchten", so Schulz.

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