Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeistation Seehausen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Gegenüber 2009 waren insgesamt 37 Unfälle mehr zu verzeichnen.

Seehausen. Die Zunahme der Verkehrsunfälle in der Seehäuser Region entspricht der allgemeinen Entwicklung in Sachsen-Anhalt und ist laut Polizei vor allem auf den lang anhaltenden und vergleichsweise strengen Winter 2010 zurückzuführen.

"In unserem Zuständigkeitsbereich haben wir im vergangenen Jahr insgesamt 473 Unfälle aufgenommen - 37 mehr als im Vorjahr. Dass dafür die glatten Straßen im Winter zumindest eine wichtige Ursache waren, belegt ein genauerer Blick auf die einzelnen Monate", sagt die Leiterin der Revierstation Seehausen, Polizeihauptkommissarin Verena Schneider. Allein im Januar 2010 registrierten die Beamten auf den Straßen der Verbandsgemeinde Seehausen 63 Unfälle - 42 mehr als im Januar 2009. Auch im Februar gab es gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Anstieg um 19 auf 45 Unfälle. Der Januar war der unfallträchtigste Monat, gefolgt vom Oktober (51 Unfälle, plus 4 gegenüber 2009) und dem Februar.

Angesichts der deutlich gestiegenen Unfallzahlen ist es fast zwangsläufig, dass es auch mehr Personenschäden gab. Dieser Anstieg fiel jedoch moderat aus. Laut Statistik blieb es bei 443-mal (+32 gegenüber 2009) bei Sachschäden. Bei insgesamt 30 Unfällen (+5) kam es zu Personenschäden.

Schneider: "Erfreulich ist jedoch, dass es trotz der deutlich häufigeren Unfälle keinen Anstieg der Zahl schwer verletzter Personen gab, sondern lediglich ein Anstieg bei den leicht Verletzten um 13 auf 36 zu verzeichnen war." Leider kam es 2010 auch zu einem tödlichen Unfall. Zwischen Eickerhöfe und Losenrade fuhr ein junger Mann gegen einen Straßenbaum und erlag seinen schweren Verletzungen. Im Jahr zuvor hatte es im Zuständigkeitsbereich der Seehäuser Polizei keinen Verkehrstoten gegeben.

Der hohe Wildbestand in der Region Seehausen wirkt sich erheblich auf die Unfallstatistik aus. In 244 Fällen sorgten vor das Fahrzeug laufende Tiere für böse Überraschungen. "Das waren 16 Wildunfälle mehr als im Vorjahr. Sie machen damit erneut mehr als die Hälfte aller Unfälle aus", so Schneider, die an alle Kraftfahrer nur appellieren kann, aufmerksamer und vorsichtiger zu fahren - insbesondere in den Schwerpunktzeiten des Wildwechsels zwischen 5 und 8 Uhr morgens sowie ab 16 Uhr ansteigend bis in die Nachtzeiten. Überhöhte beziehungsweise unangepasste Geschwindigkeit bildete 2010 die zweithäufigste Unfallursache. Dadurch krachte es 35-mal und damit fünfmal mehr als 2009. Schneider: "Diese Unfälle gehen oft mit verletzten Personen einher. 2010 führte die Polizei auf den Straßen der Verbandsgemeinde insgesamt 140 Geschwindigkeits-Messstunden durch. Diese Arbeit werden wir weiter intensivieren, um so hoffentlich zu vernünftigerer Fahrweise beizutragen."

Unaufmerksamkeit beim Wenden und Rückwärtsfahren bildete 2010 die dritthäufigste Unfallursache. 34 Unfälle waren darauf zurückzuführen (-4). Auch zu geringer Abstand führt nach wie vor vergleichsweise häufig zu Verkehrsunfällen. 25-mal (+4) war solches Fehlverhalten die Ursache. Neunmal (+2) kam es im Jahr 2010 zu Verkehrsunfällen, bei denen die Verursacher unter Einfluss von Alkohol beziehungsweise Drogen standen. "Was die Fahrtüchtigkeitskontrollen betrifft, werden wir unser Engagement in diesem Jahr ebenfalls weiter intensivieren", kündigt die Polizeichefin an. "Ziel ist es, so viele Alkoholsünder wie möglich herauszufischen."

Unfallschwerpunkte waren die Bundesstraßen B 189 und B 190. Dort krachte es 135-mal (+38). Eine sehr deutliche Zunahme von Unfällen (um 35 auf 134) gab es auch auf Gemeindestraßen. Auf den Landesstraßen kam es zu 112 (-10) und auf den Kreisstraßen zu 92 (-6) Unfällen. Wie Verena Schneider ausführt, werden die Beamten ihre Geschwindigkeitsmessungen gerade in jenen Bereichen verstärken, wo es besonders häufig zu Unfällen kam.