Beuster (ama). Es läuft gut für den Förderverein St. Nikolauskirche Beuster. Der Vorsitzende, Dr. Volker Stephan, konnte die positive Entwicklung des Vereins am Mittwochabend während der Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus einmal mehr bestätigen.

Von 44 auf 51 ist die Mitgliederzahl angestiegen. Die Kirche selbst profitierte in vielerlei Hinsicht von dem enormen Zuspruch und dem Interesse der Öffentlichkeit. So konnte der Verein die Ausmalung des Gewölbes über der Orgel in Auftrag geben, indem er eine Bereitstellungserklärung über die Summe von 5500 Euro übernahm und das Kreiskirchenamt folglich einen zinslosen Kredit gewährte.

Zudem machte Friedrich-Christoph von Saldern seinen Einfluss geltend und erwirkte eine Förderung von 40000 Euro durch die Stiftung preußisches Kulturerbe, zweckgebunden für die Weiterführung der Innenausmalung. An den Investitionen in der Gemeinde hat sich der Verein 2010 mit 14000 Euro beteiligt, informierte der Vereinsvorsitzende weiter. Mitte Oktober konnte die Orgel eingeweiht werden. Auch die Toilette wurde rechtzeitig vor den Großveranstaltungen fertig. Lediglich die Arbeiten an der Fassade der Kirche liegen auf Eis.

Schatzmeisterin Ursula Wilhelm berichtete im Anschluss ausführlich über Ein- und Ausgaben, die Kassenprüfer Rüdiger Schwesig und Hanna Schwarzwald bestätigten die Angaben.

Dr. Stephan bezeichnete die verschiedenen Mitgliedschaften, beispielsweise im Regionalverein Altmark und in der Leader-Aktionsgruppe "Mittlere Altmark", als gute Wegbereiter für die Vereinsentwicklung. In der Leader-Aktionsgruppe ist die Kirchengemeinde für 2011 mit Priorität II an erster Stelle eingetragen. "Das ist unser Verdienst aus der Arbeit von 2010", erklärte der Vereinschef.

Dass sich die Besucherzahl 2010 um 714 auf 2382 Personen erhöhte (ohne Gottesdienste), sei ohne Zweifel der guten Öffentlichkeitsarbeit zu verdanken. Die Internetpräsenz (www.foerderverein-beuster.de), die es seit drei Jahren gibt, die 2009 erschienene Broschüre (180 verkaufte Exemplare), die neuen Flyer "Der zweite Blick", Postkarten und Kirchenführungen haben ihr Scherflein dazu beigetragen, den Verein publik zu machen.

Den Bärenanteil für die Bekanntheit der St. Nikolauskirche machten die 16 kulturellen Veranstaltungen aus, deren Organisation den Verein an seine Grenzen ging. Vor allen, so Stephan, seien zu nennen: das Grundton D-Benefizkonzert des Deutschlandfunks und der Auftritt der Paulus-Kantorei aus Halle mit dem Händel- Oratorium "Der Messias" zum Abschied von Pfarrerin Veronika Benecke mit fast 400 Menschen. Auch die Teilnahme am 15. Altmärkischen Musikfest und 15. Jugendmusikfest Sachsen-Anhalt bedeutete laut Vorstand eine Aufwertung des Ortes.

Seit dem 24. März gehört St. Nikolaus übrigens offiziell zu den "Radfahrerkirchen" der Evangelischen Kirchen Mitteldeutschlands. "Dieser Titel hat einen Pferdefuß: Wir müssen tatsächlich eine offene, für jedermann zugängliche Kirche anbieten. Da steht uns noch eine genaue Planung bevor", erklärte Dr. Stephan, der übrigens 2010 in Quedlinburg mit dem Romanikpreis des Tourismusverbandes ausgezeichnet wurde.

Abschließend informierte er über die Veranstaltungen für 2011. Da die Kunststiftung Sachsen-Anhalt den Förderantrag bewilligte, kann der Verein gleich zu Beginn zwei außergewöhnliche Konzerte anbieten: Am Sonntag, 1. Mai, gastiert ein Marimba-Duo mit Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" und am Donnerstag, 2. Juni, Ensemble Thios Omilos mit "Biller, Bach und Beatles". Das Salonorchester Kaiserwalzer tritt beim Stiftungsfest am 21. August auf. Bevor Kantor Christoph Lehmann aus Tangermünde mit seinem Vortrag "Orgeln in altmärkischen Kirchen" begann, wurde Pfarrer Roland Jourdan einstimmig in den Vorstand gewählt. Dr. Volker Stephan dankte den Mitgliedern für ihr Engagement und appellierte: "Wir dürfen nicht nachlassen!"