Von Corinne Plaga

Arneburg. Der Warnstreik und die Tarifverhandlungen der vergangenen Wochen haben Wirkung gezeigt: Die Arbeitnehmer bei der Zellstoff Stendal GmbH in Arneburg erhalten künftig mehr Geld.

Das geht aus einer Pressemitteilung der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) hervor. Demnach wurde in den Abendstunden des 8. März ein Tarifabschluss erzielt. Die zentrale Frage nach dem Inkraftsetzen der Flächentarifverträge Papier Ost sei stufenweise vereinbart worden, heißt es weiter.

"Der Druck der Arbeitnehmer und Gewerkschaftsmitglieder hat sich ausgezahlt", sagte Holger Nieden von der IG BCE gestern auf Nachfrage der Volksstimme. Seit Ende November 2010 laufen die Tarifverhandlungen. "Die Geschäftsführung hat zu Beginn die Verhandlungen abgelehnt, doch jetzt ist es uns gelungen, durch den Druck der Belegschaft diesen Erfolg zu erzielen." Dieser sei das Ergebnis des Warnstreiks vom vergangenen Montag.

Mit Trillerpfeifen und Forderungen nach mehr Lohn und besseren Arbeitsbedingungen hatten 150 Mitarbeiter des Unternehmens ihrem Ärger Luft gemacht. "Der Tarifabschluss macht deutlich, dass es sich lohnt, für gemeinsame Ziele einzutreten", sagte der Verhandlungsführer. Seiner Ansicht nach sei dies die einzige Möglichkeit, zu vernünftigen Arbeitsbedingungen zu gelangen. Und denen käme man mit dem neuen Ergebnis des Tarifstreiks sehr nahe. Konkret werden die Löhne/Gehälter und Ausbildungsvergütungen ab dem 1. Juli 2011 auf 90 Prozent des Niveaus der Papierindustrie Ost deutlich erhöht. 2015 wird das Niveau des Flächentarifvertrages erreicht. Zudem soll die Arbeitszeit ab 2015 auf 39 Stunden gesenkt und ab 2018 auf 38 Stunden geregelt werden. Das Urlaubsgeld wird neu eingeführt und auf 75 Euro jährlich ab 2012 vereinbart. Bis 2018 soll es sogar auf 600 Euro steigen.

"Ein weiterer Punkt, auf den wir stolz sein können, ist, dass IG-Mitglieder eine zusätzliche Altersvorsorge erhalten", fügt Holger Nieden an. Neben dieser exklusiven Leistung werden Arbeitnehmer, die in vollkontinuierlicher Schicht tätig sind, mit mehr Urlaubsgeld rechnen können. Ebenso wurde das sogenannte 13. Monatseinkommen geregelt. Seitens der Geschäftsführung lag bis Redaktionsschluss keine Reaktion zu dem Tarifabschluss vor.