Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich des Osterburger Revierkommissariates hat 2010 gegenüber dem vorhergehenden Jahr zugenommen. Zudem hat sich 2010 unmittelbar vor den Toren der Stadt ein neuer Unfallschwerpunkt entwickelt, machten Hauptkommissar Herbert Guha und Polizeiobermeisterin Doreen Müller während einer Auswertung des Unfallgeschehens im vergangenen Jahr deutlich.

Osterburg. 439 Unfälle registrierten Polizeibeamte im vergangenen Jahr im Territorium der Einheitsgemeinde Osterburg. Zusammen mit den in der Verbandsgemeinde Seehausen (473) und in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck (295) verzeichneten Zusammenstößen zählte das Revierkommissariat in dem von der Osterburger Dienststelle aus durch Streifenwagen betreuten Gebiet insgesamt 1207 Unfälle. "Die Zahl ist 2010 gegenüber dem vorhergehenden Jahr also leicht angestiegen. Denn 2009 registrierten wir insgesamt 1154 Unfälle", machte Hauptkommissar Herbert Guha deutlich.

Mit Blick auf das Unfallgeschehen in der Einheitsgemeinde schätzte Guhas Kollegin Doreen Müller ein, dass die Schwere der Unfälle zunahm. Denn die 439 Unglücksfälle, die im Territorium der Einheitsgemeinde registriert wurden, hatten 46 Verletzte, darunter sieben Schwerverletzte, zur Folge. "Und im Gegensatz zu 2009 gab es 2010 auch einen Unfalltoten", machte Müller deutlich.

Wenig überraschend: Mit 567 registrierten Fällen lagen Zusammenstöße mit Wild im vergangenen Jahr an der Spitze der Unfallursachen. "Und man kann davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl noch deutlich höher liegt. Denn längst nicht immer werden Wildunfälle bei der Polizei gemeldet", sagte Doreen Müller. Unangepasste oder überhöhte Geschwindigkeit führte 2010 zu 85 Unfällen, beim Wenden oder Rückwärtsfahren ereigneten sich 129 Zusammenstöße. "Diese Unfälle geschehen hauptsächlich auf Parkplätzen", sagte Müller. Von den insgesamt 106 Unfallfluchten, die die Polizei im vergangenen Jahr registrierte und von denen sie 42 Prozent aufklärte, hätten sich bei weitem die meisten nach entsprechenden Unfällen auf Parkplätzen ereignet.

Fahren unter Alkohol spielte bei zwölf Unfällen die Hauptrolle. "Das sind zwei mehr als 2009. Zudem wurden im Rahmen von Kontrollen 25 Personen ermittelt, die ihre Fahrzeuge unter Alkoholeinfluss steuerten. Das sind fünf Personen mehr als 2009", sagte Doreen Müller.

Bei insgesamt 117 Messstunden gingen der Polizei im vergangenen Jahr 124 Temposünder ins Netz. Die "Spitzenreiter" waren mit 88 km/h in der geschlossenen Ortschaft Storbeck, mit 127 km/h im 70 km/h-Bereich auf der Straße von Osterburg nach Krumke und mit 183 km/h auf der B 189 in Höhe Abfahrt Behrend unterwegs.

Stichwort B 189: Auf der Bundesstraße befinden sich die beiden Unfallschwerpunkte im Territorium der Einheitsgemeinde. Während die Ampelkreuzung Osterburg/Flessau schon vor allem wegen Auffahr-Unfällen länger als Schwerpunkt bekannt ist, rückte 2010 die Kreuzung Osterburg/Krumke in das Blickfeld. Dort ereigneten sich drei Unfälle mit vier schwer- und zwei leichtverletzten Personen. Die Polizei strebt deshalb für diese Kreuzung eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h an, machte Herbert Guha deutlich. Und mit Blick auf den zweiten Unfallschwerpunkt, die Ampelkreuzung Osterburg/Flessau, informierte der Hauptkommissar: Dort ist die Installierung einer Rotlicht-Überwachung im Gespräch. Mit dieser Technik könne ermittelt werden, welche Fahrzeuge bei "Rot" über die Ampel fahren, erklärte Herbert Guha.