Von Doreen Schulze

Arneburg. Ein Löwe stolziert auf den Tasten eines Klaviers. Ein Rabe thront auf einem Bücherstapel. Gänse flattern über einen Hof. Zur Vorlage dieser Drucke nutzte die Druckgrafikerin Doris Bronold den "Karneval der Tiere". "Es entstanden in meinem Kopf Bilder. Dann musste die Hand diese umsetzen", beschreibt sie. Werke der Wolfsburgerin mit Tieren, aber auch Pflanzen und Landschaften sind derzeit in der Kleinsten Galerie in Arneburg ausgestellt. Die mittlerweile 186. Ausstellung der Galerie wurde im Beisein der Künstlerin eröffnet.

Bronold möchte den Charakter der Dinge, Tiere, Pflanzen treffen, ohne diese dabei kitschig wirken zu lassen. Dem Betrachter in Arneburg dürfte wohl das Bild auffallen, das den "Fischer und seine Frau" darstellt, eine Skulptur der Elbestadt, geschaffen von Horst Kaht. "Es gibt überall Anstöße, etwas zu machen", erklärte die Künstlerin.

Doris Bronold, die als Quereinsteigerin zur Druckgrafik kam, hätte auch zu Pinsel und Leinwand greifen und mit der Malerei ihre Anliegen zum Ausdruck bringen können. Doch sie wählte den Weg des größeren Aufwands, der Technik. Handwerklich ist die 1943 Geborene begabt, sogar das Tischlern liegt ihr. Bei Protest-aktionen gegen das Atommüll-Endlager Gorleben lernte sie den Kunsthof Kukate im Wendland kennen. Vor allem die Druckgrafiken dort hatten es ihr angetan. Das wollte sie auch machen. Und so fertigte sie Ätzradierungen an.

Dabei bringt Doris Bronold ihre Bilder zunächst auf eine Metallplatte. Mit Asphaltlack zeichnet sie - wohlgemerkt seitenverkehrt - die entsprechenden Linien, das Bild, das entstehen soll. Anschließend taucht sie die Platte in verdünnte Salpetersäure. Die Farbe wird von ihr aufgetragen. An den Stellen, wo das spätere Bild ganz hell oder gar weiß bleiben soll, reibt Bronold die Farbe mit dem Handballen wieder ab. Der Begriff "schwarze Kunst" ist also wörtlich zu nehmen. Und Bronold erklärte ihren Gästen in der Kleinsten Galerie, dass dabei die Farbe buchstäblich "unter die Haut" geht.

Viele Arbeitsschritte sind notwendig, ehe das Druckbild fertig ist. Der Vorteil ist, dass Bronold so die Möglichkeit der Vervielfältigung besitzt. Sie kann die Bilder auf den Platten mehrmals drucken, und das in unterschiedlichen Farben. Als Vorbild dient Bronold unter anderem Albrecht Dürer, der den Vorteil des Drucks ebenfalls zu nutzen wusste. Allerdings bevorzugte er das Kupferstechen. "Rembrandt und Co. haben geätzt wie ich", so die Künstlerin. Diese jahrhundertealte Technik möchte sie erhalten wissen. Bronold: "Ich kann nicht sagen, was mich daran reizt. Es macht mir einfach Spaß."

Die Ausstellung ist bis zum 3. Mai täglich von 11.30 bis 21 Uhr im Hotelrestaurant "Goldener Anker" zu sehen.