Als die Elbe im Januar gefährlich anschwoll, ihr Bett verließ und die anliegenden Orte bedrohte, unterstützten auch in Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck zahlreiche Bürger den Kampf gegen das Hochwasser. Knapp 100 von ihnen trafen sich am Freitag-abend zu einer Dankeschönveranstaltung im Behrendorfer Dorfgemeinschaftshaus.

Behrendorf. Dunkel war es und kühl, als Susanne Woik und Stefan Morawitz in der Januarnacht den Elbdeich zwischen Altenzaun und Rosenhof unter die Füße und vor allem die sprichwörtliche Lupe nahmen. Als der Fluss gegen den Deich drückte, waren die Geschwister als Deichläufer auf Achse. Wie viele andere Freiwillige auf dem knapp 20 Kilometer langen Abschnitt in der Verbandsgemeinde.

Am Freitag waren viele von ihnen der Einladung zu einer Dankeschönveranstaltung nach Behrendorf gefolgt. Zu Bratwurst vom Grill, Getränken, Gesprächen in ungezwungener Runde. Um die 180 Helfer waren im Hochwassereinsatz. "Vor allem Deichläufer, aber auch Leute, die die mobile Deichanlage in Arneburg aufgebaut und im Auge hatten sowie Mitarbeiter aus der Verwaltung, die unsere Einsatzstelle im Werben rund um die Uhr besetzt hatten", berichtete Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann.

Dafür sagte Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf nun offiziell Dankeschön und lobte das Engagement der Frauen und Männer. "Als das Wasser wieder sank, war es mitunter schwer, Leute für den Dienst auf dem Deich zu motivieren", sagte er und deutete damit an, dass die Bitten um Mithilfe nicht immer offene Ohren fanden.

Susanne Woik ließ sich nicht lange bitten. "Ich wollte einfach helfen. Schließlich erwarte auch ich Hilfe, wenn ich in Not bin", begründete die 31-jährige Hausfrau. Ihr Bruder nickte zustimmend. Der 26-jährige Student weiß noch ganz genau: "Wir sind zwischen 0 und 4 Uhr unterwegs gewesen. Unser Abschnitt war genau 4,81 Kilometer lang."

Dessen Sanierung könnte in diesem Jahr starten, merkte Hans-Jörg Steingraf an. Der Flussbereichsleiter Osterburg des Landesbetriebes für Hochwasserschutz sagte, dass die Elbdeiche beim Hochwasserschutz Priorität genießen. Nicht grundlos: Stieg der Elbpegel bei Wittenberg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1810 bis 1899 achtmal über die Marke von sieben Metern und zwischen 1900 und 1999 lediglich einmal, so überschritt das Wasser die Sieben-Meter-Grenze seit 2000 bereits dreimal.

Steingraf ging zudem auf die Aufgaben von Deichläufern ein. So detailliert, dass die Dankeschön-Gäste des Abends nach dieser Einweisung eine Teilnahmebescheinigung für einen Lehrgang zum Wachdienst in Empfang nehmen konnten. Damit ist zumindest die theoretische Voraussetzung für die Erfüllung einer Trumpf-Bitte gelegt. "Ich hoffe, die meisten von ihnen stehen wieder zur Verfügung, wenn Hochwasser Deichwachen erforderlich machen", wünschte sich der Bürgermeister.

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