Die Mitglieder des Bau- und Ordnungsausschusses der Verbandsgemeinde Seehausen trafen sich am Dienstag in der Gemeinde Altmärkische Höhe, um einen Teil der dortigen Feuerwehrgerätehäuser zu besichtigen. Anschließend fand die öffentliche Sitzung des Ausschusses statt, bei der auch der Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten einen Bericht über die Arbeit der Feuerwehren ablegte.

Gagel/Stapel. Ein volles Programm hatten die Mitglieder des Bau- und Ordnungsausschusses am Dienstag. Treffpunkt war zunächst am Feuerwehrgerätehaus Stapel. Vorsitzender Jens Rozynek begrüßte die zum Teil weit gereisten Gäste. "Es geht darum, dass sich die Ausschussmitglieder ein Bild von der Situation der Wehren vor Ort machen. Wenn es um die Vorbereitung von Entscheidungen geht, ist es wichtig, dass jeder weiß, von was geredet wird. Daher werden nach und nach alle Gerätehäuser der Verbandsgemeinde inspiziert."

Den Anfang machte am Dienstag Stapel. Weiter ging die Tour über Wohlenberg, Einwinkel, Boock und schließlich Gagel. An den Gerätehäusern wurden die Ausschussmitglieder und Vertreter der Verbandsgemeinde Seehausen von den Ortswehrleitern beziehungsweise anderen Feuerwehrmitgliedern empfangen.

Wichtigstes Fazit: der Zustand aller besichtigten Gerätehäuser und auch die materielle Ausstattung wurde durchweg als gut bis sehr gut eingeschätzt. "In den ehemalgen Gemeinden der Altmärkischen Höhe hatten die Feuerwehren offensichtlich einen hohen Stellenwert", so Jens Rozynek. Nach der Besichtigungstour fand die Ausschusssitzung im Dorfgemeinschaftshaus Gagel statt. Ein wichtiger Tagesordnungspunk war der Bericht über die Arbeit der Wehren der Verbandsgemeinde Seehausen. Dabei sparte der Wehrleiter nicht mit Kritik.

Wie Michael Märten ausführte, besteht die Verbandsgemeindefeuerwehr aus 34 Ortswehren mit ca. 730 Kameraden und Kamerdinnen sowie 45 Fahrzeugen. In Seehausen seien im vergangenen Jahr einige Lehrgänge durchgeführt worden, an denen sich Kameraden aus den unterschiedlichsten Ortswehren beteiligt hätten. So hätten an den Truppmann- und Truppführer-Lehrgängen insgesamt 45 junge Feuerwehrmitglieder teilgenommen. Außerdem fanden Ausbildungen im Bereich technische Hilfe und Sprechfunk statt. In diesem Jahr gebe es 26 Anmeldungen für Truppmann- und Truppführerlehrgänge. "Ich hoffe, dass sich auch im nächsten Jahr wieder viele junge Kameraden zu den Lehrgängen anmelden, denn wir brauchen dringend junge Leute in den Wehren, die auch am Ort arbeiten", so Märten.

Im Jahr 2010 seien die Wehren der Verbandsgemeinde ingesamt 114-mal zu den unterschiedlichsten Einsätzen und Übungen gerufen worden. Besonders personalintensiv sei die Beseitigung von Bäumen und Bruchholz am 23. und 24. Dezember 2010 gewesen - ebenso wie in diesem Jahr die Einsätze im Zuge des Hochwassers. Diese Einätze haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir eine funktionierende Feuerwehr haben."

Darum, so Märten, sei es auch wichtig, die Wehren vernünftig auszurüsten. Erfreulich sei, dass ein neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr Seehausen und ein Einsatzleitwagen angeschafft werden konnten. "Allerdings müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass dies nicht die letzten Beschaffungen dieser Art gewesen sind. Denn wir haben noch einige schon sehr alte Fahrzeuge in unseren Gerätehäusern stehen. So ist in der längerfristigen Planung zum Beispiel ein Ersatz für den Robur LO in Groß Garz vorzunehmen. Ein Fördermittelantrag für ein neues Löschfahrzeug sollte noch in diesem Jahr gestellt werden", sagte Märten. "Es ist wichtig ein Löschfahrzeug mit Wasser an Bord in Groß Garz stehen zu haben, da Groß Garz für den Brandschutz ein wichtiger Standort ist."

Mit Sorge blickt Märten auf die Personalentwicklung in den Feuerwehren. Da die meisten Feuerwehrkameraden berufstätig sind, seien viele tagsüber nicht vor Ort. "Darum müssen wir in Zukunft unsere Feuerwehr so strukturieren, dass wieder mehr Wehren rund um die Uhr einsatzbereit sind", unterstrich der Verbandsgemeindewehrleiter. Auch der Ausbildungsstand der Wehrleiter und Stellvertreter lasse in einigen Wehren noch immer zu wünschen übrig. Ein weiteres Problem bestehe mit den Atemschutzgeräteträgern. Von ihnen gebe es nicht nur zu wenig, sondern es nähmen zu wenige Atemschutzträger an den notwendigen Ausbildungen teil. Märten: "Daran wird in diesem Jahr aber verstärkt gearbeitet." Bei der Berufung neuer Wehrleiter sei künftig strenger darauf zu achten, dass sie ihre Ausbildung innerhalb von zwei Jahren absolvierten.

Märten ging in seinem Bericht auch auf die Jugendwehren ein, die im zurückliegenden Jahr wieder an einer ganzen Reihe von Veranstaltungen teilgenommen hätten.

 

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