Wenn das Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung (ALFF) "Altmark" als Zuschussgeber bei der Sanierung eines ländlichen Weges mit im Boot sitzt, ist es in der Regel Usus, dass die neue Straße zugunsten der land- und forstwirtschaftlichen Nutzer für den Durchgangsverkehr gesperrt wird. "Zivile" Anlieger, oder besser gesagt Anwohner, sind dann ausgenommen.

Calberwisch/Meseberg. So auch geschehen 2009 bei der knapp einen Kilometer langen Zufahrt von Meseberg zu den Gehöften des Ortsteiles Meierbusch. An die Calberwischer, denen mit der Sperrung der direkte und kürzeste Weg ins benachbarte Meseberg abgeschnitten wurde, dachte offenbar niemand. Darüber machen sich Gabriele und Willi Bertram seit einiger Zeit nicht nur im Osterburger Ordnungsamt Luft. Das Paar fragte auch mal bei Nachbarn, Freunden und Bekannten nach und sammelte so schnell 60 Unterschriften von Leuten, die die Anbindung ebenso vermissen und die sich auch von den ersten zwei Kilometern holpriger Plattenstraße und dem fehlenden Winterdienst (es handelt sich nicht um eine öffentliche und gewidmete Straße) nicht abschrecken lassen.

"Jahrzehntelang konnten wir die Abkürzung nutzen", moniert Willi Bertram, der statt drei Kilometer nach Meseberg nun die dreifache Strecke über Osterburg zurücklegen müsste. Und fragt: "Weil ein paar hundert Meter neu gebaut wurden, dürfen wir da nicht mehr fahren?" Der Calberwischer kann nicht nachvollziehen, welche Gefahr der neuen Piste, die von schweren Landmaschinen genutzt werden darf, von den kleinen Pkw drohen soll. Dass die Ortsverbindung schon im Sinne der Anlieger keine Rennstrecke werden darf, ist für ihn selbstverständlich. Deshalb könnte er sich auch mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h anfreunden.

Das Problem ist scheinbar viel leichter aus der Welt zu schaffen und das ALFF viel kooperativer, als es auf den ersten Blick scheint. Behördenleiter Horst Blum ließ auf Anfrage der Volksstimme nämlich wissen, dass man sich keineswegs dem Anliegen der Calberwischer oder der Meseberger, die auf kürzester Streck zu ihren Nachbarn wollen, sperre. Der Weg sei seinerzeit einfach nur für die anliegenden Land- und Forstwirte sowie für die Meierbuscher beantragt, dementsprechend genehmigt und schließlich ausgeschildert worden. Eine Korrektur, so Blum, liege in den Händen der Einheitsgemeinde, zumal es durchaus auch gängige Förderpraxis ist, Ortsverbindungen zu bezuschussen. Das ALFF hat nur zwei Bedingungen. Die Piste darf nicht als überregionaler Weg genutzt werden, und mehr als 30 km/h sind nicht erlaubt.

In der Stadtverwaltung stößt die Anregung nicht auf taube Ohren. Bürgermeister Hartmuth Raden: "Wir werden doch keinen Weg sperren, den wir öffnen dürfen".

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