Auf seiner Abschiedstour durch Sachsen-Anhalt besuchte der scheidende Ministerpräsident Professor Dr. Wolfgang Böhmer am Dienstagnachmittag die Agrargenossenschaft Klein Schwechten.

Klein Schwechten. "Ich hoffe, es wird für Sie eine ent-spannte Runde", begrüßte Gerhard Hupe, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Klein Schwechten, den Ministerpräsidenten in der Milchviehanlage des Landwirtschaftsunternehmens. Plaudernd führte Hupe den "Landesvater" durch die Anlage und berichtete über die Entwicklung der Agrargenossenschaft.

Der Betrieb war nach der politischen Wende aus der LPG Klein Schwechten hervorgegangen, die 1960 gebildet worden war. Heute verfügt er über 38 Beschäftigte und bewirtschaftet rund 1500 Hektar Land. Haupterwerbszweig ist die Milchproduktion: Mit ihr erzielt die Agrargenossenschaft mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen; rund 500 Kühe stehen in den Ställen.

Die Klein Schwechtener präsentierten Böhmer ihr modernes Melkkarussell, das 2007 im Unternehmen Einzug gehalten hatte und an dem gleichzeitig 32 Kühe gemolken werden können. Hans-Joachim Mewes, Leiter Rinderproduktion, der Böhmer und seinen Begleitern die Anlage erklärte, bezeichnete sie als "Schlüsselmaschine" der Milchviehanlage. Der Ministerpräsident zeigte sich beeindruckt von der modernen Technik.

Das besondere Interesse von Böhmer fand die Biogasanlage, die vor fünf Jahren in Betrieb genommen wurde und in der unter anderem Gülle, Mais und Grassilage verarbeitet werden. Böhmer erkundigte sich nach Verwendung des Stroms und der Abwärme. "Der Strom fließt ins regionale Netz", informierte Hupe. Mit einem Teil der Abwärme, berichtete er weiter, würden im Winter die Sauenanlage, der Melkstand und das Büro beheizt. "Ich denke, in der Bevölkerung genießen wir mit unseren Anlagen Akzeptanz", entgegnete Hupe auf eine entsprechende Frage von Böhmer und fügte an: "Wir leben auf dem Dorf. Da gehört landwirtschaftliche Produktion einfach dazu."